Als Ben Ryans Sohn Sol zehn Tage nach der Geburt seinen Arm verlor, fertigte er kurzerhand eine Armprothese mit seinem 3D-Drucker. Ben Ryan informierte sich über Amputationen und Prothesen, doch es wurde ihm klar, dass es für Sol keine Armprothese geben dürfte bis er ein Jahr alt ist. Sein Sohn sollte aber einen besseren Start ins Leben haben und von Beginn an lernen, mit zwei Armen zu leben. Wir erzählen seine Geschichte.

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Der Grund ist das Wachstumsverhalten, weil ein künstlicher Arm nur kosmetisch wäre ohne Greif- und Haltefunktion. Sol würde erst mit drei oder vier Jahren eine bewegliche myoelektrische Armprothese mit Batterie erhalten. Die ersten drei Jahre sind aber die wichtigsten bezüglich der Ausbildung der Lernfähigkeit eines Kindes und haben starke Auswirkungen auf die sozialen wie emotionalen Fähigkeiten. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen lehnen Kinder eher Prothesen ab, wenn sie nicht bis spätestens zum zweiten Lebensjahr eine Armprothese erhalten.

Das Ziel seines Vaters Arbeit war ein leichter, ansprechender und individuell anpassbarer Kunstarm, welches mit einem 3D-Drucker gefertigt werden kann. Er entwickelte eine Technologie, bei der eine Flüssigkeit zum Betrieb eines hydraulischen Greifmechanismus eingesetzt wird. Seine Idee basiert auf die Art und Weise, wie Spinnen mit Flüssigkeitsdruck ihre Beine bewegen. Der Prototyp der Armprothese verfügt in der Basis über einen flüssigkeitsgefüllten Beutel, der zusammengedrückt wird und ein einen einfachen Greifmechanismus steuert. Sol kann mit dieser Mechanik seine Armprothese bewegen.

Armprothese für Baby
Sohn Sol mit seinem Papa Ben Ryan. Ben baut seinem Sohne die erste Armprothese, als dieser gerade einmal 10 Tage alt war. Dafür nutzte er seinen 3D-Drucker (Bild © Youtube/Born to Engineer).

In der Zwischenzeit ist Sol zwei Jahre alt und verwendet seinen hydraulischen Arm problemlos zum Greifen mit der Hand. Wie sein Vater in einem Artikel auf der Website von RS Components berichtet, könne sein Sohn heute 90 Prozent der Dinge machen, die auch Kinder mit zwei Händen tun können. Er wolle ihm helfen, damit er auch mit den zehn Prozent der Aufgaben klar kommt, die ihm schwer fallen.

Die Armprothese entwickelt Ryan laufend weiter und fokussiert seine Arbeit derzeit vor allem auf die Funktionsweise des Daumens mit dem Ziel die Effektivität zu erhöhen. Sol kam schnell und ohne Probleme mit dem neuen Arm klar, der sich positiv auf sein Leben auswirkte. Sein Konzept würde auch zahlreichen anderen Kindern in vergleichbaren Situationen helfen und ihre Lebensqualität enorm verbessern.

Ben Ryan kündigte seine Arbeit als Lehrer und gründete in Großbritannien die Firma Ambionics, damit seine Technologie für alle Kinder auf der Welt weiterentwickelt werden kann. Laut Ryan sei neben dem Faktor Sicherheit auch mit der Nutzung von 3D-Druck und 3D-Scannern eine spürbare Senkung der Produktionskosten möglich geworden, weshalb die Prothesen für Kinder auf dem gesamten Globus zugänglich sind.

Vom Distributor RS Components erhält Ben Ryan das Filament aus der Pro-Serie, als Alison Hutchins, Assistant Global 3D Printing Category Manager, auf die Geschichte des Vaters aufmerksam wurde. Er veranlasste eine Lieferung von 15 Kilogramm Filament an Ryans Unternehmen. Mit der Bereitstellung des 3D-Drucker-Materials kann der Gründer seine Arbeit vollständig auf den Beta-Test konzentrieren, ohne bei den Produktionskosten eingeschränkt zu sein.

Per Crowdfunding konnten 23.000 Britische Pfund (ca. 26.000 Euro) von den erforderlichen 150.000 Britischen Pfund (ca. 170.000 Euro) eingesammelt werden. Auch nach der Crowdfunding-Kampagne können Menschen weltweit sich an dem Erfolg des Ambionics-Projekt beteiligen und auf der Website Geld spenden. Nach der Vision von Ryan sollen Kinder ihre Prothesen bis ins Erwachsenenalter einsetzen. Eine sichere Funktion, der Verzicht auf Kleinteile und Batterien sei der Schlüssel für den Einsatz im frühestmöglichen Alter.

Ein Artikel aus unserer Hashtag-Reihe #3DprintWithLove.

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