Das britische Ingenieursbüro Scaled hat mit dem 3D-Druck von einem elektrischen Allradfahrzeug namens „Chameleon“ auf sich aufmerksam gemacht. Chameleon soll die Möglichkeiten des großformatigen 3D-Drucks aufzeigen. Wir stellen das 3D-gedruckte Fahrzeug einmal genauer vor.

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Das britische Ingenieursbüro Scaled hat vor etwa einem Jahr ein Last-Mile-Fahrzeug mit Chassi aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Das Unternehmen Scaled entstand 2015 und arbeitet seither mit Portal-3D-Druckern und einem Industrieroboterarm, der mit thermoplastischen Extrusionsdruckköpfen ausgestattet ist. Mit dem Roboterarm sind 3D-Objekte mit bis zu drei Metern Länge möglich.

Jetzt präsentierten die Ingenieure ein neues, 3D-gedrucktes elektrisches Allradfahrzeug mit dem Namen „Chameleon“. Bei Chameleon handelt es sich um ein Demonstrationsprojekt, wie Scaled auf seiner Website berichtet, das erneut die Möglichkeiten des 3D-Drucks in großem Maßstab aufzeigen soll. Erst heute hatten wir über ein Projekt von Thermowood berichtet, die ebenfalls die Möglichkeiten des großformatigen 3D-Drucks anhand eines 3D-gedruckten Yachtrumpf präsentierten.

Projekt „Chameleon“

"Chameleon" von Scaled
Das „Chameleon“ ist ein in 3D gedrucktes elektrisches Allradfahrzeug (Bild © Scaled).

Das „Chameleon“ entstand in wenigen Monaten mithilfe einer stochastischen Software von Rafinex. Mit dieser war es dem Unternehmen möglich, das Fahrgestell unter verschiedenen Ladebedingungen zu optimieren. Scaled entschied sich für die Herstellung mit dem langlebigen Material PA6 der Lehvoss-Gruppe.

Bei Teilen, die nicht in 3D gedruckt wurden, erhielt Scaled Unterstützung von Studenten des Racing Teams der Universität Birmingham. Das fertige Fahrzeug hat ein Gewicht von 150 Kilogramm. Ein Lynch-Elektromotor ermöglicht eine Geschwindigkeit von 75 km/h.

Bob Bradley, Mitbegründer und technischer Direktor von Scaled, sagt:

„Dreiunddreißig Prozent des Fahrzeugs enthielten einen recycelten PA6 eines britischen Unternehmens, Hills Premier Polymers. In Zukunft wird es definitiv möglich sein, die Menge an kreisförmigen Kunststoffen, die für diese Art von Dingen verwendet werden, zu erhöhen – etwas, worüber wir uns sehr freuen.“

Das „Chameleon“ ähnelt mehr einem Golfwagen als einem straßenzulässigen Auto. So schnell wird wohl noch kein 3D-gedrucktes Auto für den Straßenverkehr von Scaled zu erwarten sein.

Andere Unternehmen sind da schon weiter. XEV startete im Dezember 2019 den Verkauf seines nur 6.000 Euro teuren Elektroautos YOYO aus dem 3D-Drucker. Und auch der 3D-gedruckte Bus „Olli“ von Local Motors ist bereits im Einsatz. Über die weitere Entwicklung und Einsatz von 3D-Druck in der Automobilität berichten wir auch zukünftig auf der Themenseite „Autos aus dem 3D-Drucker“ und regelmäßig neu im kostenlosen 3D-grenzenlos Magazin-Newsletter (hier abonnieren).

Projekt „Chameleon“ im Video

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