Maker Nathan Seidle ist ein Roboter gelungen der die Zahlenkombination von einem Tresor in weniger als 30 Minuten knacken konnte. Ein Mensch bräuchte für das Durchprobieren aller Kombinationen vergleichsweise 119 Tage. Der selbstgebauter Roboter kostet in seiner Herstellung gerade einmal knapp über 150 Euro. Teile des Safeknackers stammen aus dem 3D-Drucker.
Der Hardware-Hacker Nathan Seidle fertigte mit preiswerten Bauteilen aus dem Handel und Komponenten aus dem 3D-Drucker einen Safeknacker-Roboter. Mit dem Roboter schaffte er es im Rahmen der Def Con Hackerkonferenz vor großem Publikum im Casino-Hotel „Caesar’s Palace“ in Las Vegas einen Tresor mit Kombinationsschloss in nur einer halben Stunde zu knacken. Der leichtgewichtige Roboter wurde dafür mit einem Magneten an der Tresotür befestigt und absolvierte seine Arbeit, die darin bestand, den Zahlenknopf des Kombinationsschlosses zu drehen. Er drehte den Knopf so lange, bis die drei Zahlen feststanden und Nathan Seidle den Tresor öffnen konnte.
Wie der Gründer des Online-Bastelshops SparkFun erklärte, hätte ein Mensch mit einem reinen Brute-Force-Angriff den Zahlenknopf ununterbrochen für 115 Tage drehen müssen, um den Tresor zu knacken. Sein Roboter schaffte es in unter 30 Minuten. Seidles Frau hatte einen Tresor günstig im Netz erworben, dessen Kombination der Vorbesitzer leider vergessen hatte und dies brachte Nathan auf den Idee den automatisierten Safeknacker zu bauen.

Die Zahl der möglichen Zahlenkombinationen konnte Seidle mit Tricks stückweise reduzieren und seine Arbeit wurde von einer Sicherheitsmaßnahme des Herstellers erleichtert. Die drei Rädern im Inneren des Tresors verfügen über zwölf Vertiefungen, wovon eine die ist, welche bei richtiger Position der anderen zwei Räder die Spindel aufnimmt und die Tür öffnet. Als er den zerlegten Tresor analysierte, stellte er fest, dass diese wichtige Vertiefung ein paar Millimeter schmaler war als die übrigen Kerben. Der rund 35 Euro teure Servomotor des Roboters ermittelte diesen Unterschied per Software und wählte darauf basierend die richtige Radstellung. In Verbindung mit anderen Tricks wurde die Zahl der möglichen Kombination auf ein Minimum reduziert, was zu einer Tresor-Knackzeit von weniger als einer Stunde führte.
Die Gesamtkosten der Komponenten des Safeknackers beliefen sich auf umgerechnet rund 170 Euro. Eine Bauanletiung und Teileliste veröffentlichte der passionierte Bastler auf seinem Blog. Der Griff zum Drehen des Zahlenknopfs und ein weiteres Teil wurden mit dem 3D-Drucker hergestellt. Als Recheneinheit dient ein Arduino-Minicomputer. Laut Seidle seien Tresore mit einem Zahlenfeld zur Eingabe der Nummernkombination am sichersten. Er kündigte an sich mit der Schutztechnik zu beschäftigten und dafür vielleicht einen Roboter zu entwickeln.
Mehr News aus der Robotik: In Zürich arbeiten Forscher der ETH an einem Pilotprojekt in dessen Mittelpunkt ein Roboter steht, der ein dreistöckiges Gebäude vergleichbar mit dem 3D-Druckverfahren aufbauen soll. Von der Carnegie Mellon University wurde im Juni ein Design-Tool veröffentlicht, mit dem Makers Roboter per 3D-Drucker einfacher herstellen können.