Am 11. August 2019 beginnt eine Vernissage in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Dort werden auch einige Kunstwerke aus dem 3D-Drucker präsentiert, die von Workshop-Teilnehmern mit viel Herz und Interesse an der Geschichte hergestellt wurden. Mit dem Workshop soll die Zeit damals aktiv und kreativ eigenständig erarbeitet werden. Wir werfen einen Blick auf die beeindruckenden Skulpturen.

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Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936 eröffnet. Bis zum Ende des Krieges 1945 wurden viele Menschen verbrannt. Es gab über 200.000 Inhaftierte. Wie die Website Deutsche Welle berichtet, war die heutige Gedenkstätte Ort für einen Kunst-Workshop, wo junge Menschen die grausame Nazi-Vergangenheit in Kunstwerken darstellen. Für eine möglichst gestalterische Freiheit und schnelle Ergebnisse kamen 3D-Drucker zum Einsatz.

„Abgekühlter Ofen“

Die Idee hinter des dreiwöchigen internationalen Workshops lässt sich leicht erklären. Menschen, die sich für die Geschichte des Ortes interessieren, sollen sich diese ohne Zeitzeugen selbst aneignen, denn es leben kaum noch Zeitzeugen. Die schwarz-braune Skulptur „Abgekühlter Ofen“ stellt das Krematorium dar. Kleine Figuren stehen daneben, aufgereiht wie Kegeln.

Abgekühlter Ofen
Der „abgekühlte Ofen“ stellt das Krematorium dar (Bild © DW/ M. Fürstenau).

Die Skulptur stammt von Evgenia Greben und Tatjana Retter aus Kasachstan. Sie ist ab dem 11. August Teil der Ausstellung „Lost/Found/Art. Von der historischen Spur zum Erinnerungskunstwerk“. Die jungen Menschen arbeiteten sehr motiviert an ihren Werken. 3D-Drucker halfen dabei, gestalterisch tätig zu sein. Die 3D-Objekte wurden gemeinsam mit dem Bildhauer Hans Molzberger hergestellt. Die Grundsubstanz der Objekte ist Maisstärke, was zu unerwarteten Verfremdungen der eigentlich grauen Figuren führte. Forscher der Dundee University nutzten ebenfalls 3D-Scantechnologien, um Geschichtliches aufzuarbeiten.

Kunst und Information

Die gedruckten Figuren wurden im Industriehof des ehemaligen Konzentrationslagers nach dem Druck mit Farbe, Papier oder Metall weiterbearbeitet. Während ihrer Arbeit erfuhren sie viel über die grausamen Qualen der KZ-Häftlinge.

Den Workshop organisiert haben Schulen, die Stadt Oranienburg und die Vereinigung junger Freiwilliger, die schon seit langem mit Mahn- und Gedenkstätten wie Sachsenhausen kooperiert. Die 13 Teilnehmer, alle rund 20 Jahre alt, kamen aus Europa, Mexiko und Japan.

„Freedom Arm“

Zehntausende der Gefangenen starben an Misshandlungen, Krankheiten, Zwangsarbeit und Erschießungen. Mit dem „Freedom Arm“ (Arm der Freiheit) möchte Andela die Sehnsucht nach Freiheit zum Ausdruck bringen, die die Häftlinge hatten.

Freedom Arm Skulptur
Die Serbin Alena möchte mit der Skulptur „Freedom Arm“ die Sehnsucht nach der Freiheit darstellen (Bild © DW/ M. Fürstenau).

Der Workshop soll vor allem zum Perspektivenwechsel anregen und nationale Grenzen überwinden, wünscht sich Gedenkstätten-Leiterin Astrid Ley. Am 11. August beginnt die Vernissage. Die Teilnehmer werden ihre Werke persönlich oder in Videoclips erklären. Der künstlerische Leiter Hans Molzberger ist restlos begeistert von seinen Schülern.

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