Bewegliche Objekte:

Strandbeest aus dem 3D-Drucker

Weltweit sind Strandbeest Figuren bei Technik-Freaks sehr beliebt. Die Geschichte der Figuren reicht 25 Jahre zurück. Jetzt wurde ein neues Modell vorgestellt, dessen Teile ein 3D-Drucker fertigte.

Bei Makern rund um den Globus erfreut sich das „Strandbeest“ einer steigenden Beliebtheit. Der niederländische Künstler Theo Jansen hatte über 25 Jahre Entwicklungsarbeit in seine kinetischen Kunstwerke investiert. Das Strandbeest verfügt über eine ausgeklügelte Beinmechanik und der Maker Nicolas Raynaud fertigte sein Modell nun mit einem 3D-Drucker. Die Beinelemente sind geschwungen, weshalb Bewegungen wie ein Tanz auf den Betrachter wirken.

3D-gedrucktes Strandbeest
Das von Raynaud entwickelte 3D-gedruckte Strandbeest. (Bild: © Nicolas Raynaud)

Die Mechanik von Raynauds Strandbeest besteht laut einem im Sculpteo Blog veröffentlichten Beitrag aus elf Teilen, die gleichmäßige Drehungen aus einer Antriebswelle in einen ausgeklügelten Bewegungsablauf der Fußspitze verwandeln. Die kleinen Füße beschleunigen beim Abheben und bremsen bei der Landung. Die Geschwindigkeit bleibt gleich, solange die Füße auf dem Boden sind, und funktioniert bei Strandbeests aller Größen.

Auf der 3D-Druck-Plattform Thingiverse hat Nicolas Raynaud die 3D-Dateien seines Strandbeest zum Download freigegeben. Als Motoren kommen „JA12-N20“ Modelle mit 6 Volt Leistung und 100 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Die Gelenke bestehen aus 112 Kugellagern, zahlreichen M3-Schrauben und zwei Gewindestangen. Die Einzelteile werden mit einem 3D-Drucker aus farblich unterschiedlichem Kunststoff gefertigt und nach Fertigstellung zum Strandbeest zusammengesetzt. Der Zusammenbau erfordert ein gewisses Geschick und technisches Verständnis. Als 3D-Druckmaterial empfiehlt sich wegen der höheren Festigkeit der Kunststoff ABS anstelle des weicheren PLA.

Verschiedenfarbige Einzelteile des 3d-gedruckten Strandbeests.
Raynaud verwendete für den 3D-Druck des Standbeest Kunststoffe in verschiedenen Farben. (Bild: © Nicolas Raynaud)

Die Bezeichnung „Strandbeest“ stammt aus dem Niederländischen und bedeutet übersetzt „Strandtier“. Seit dem Jahr 1990 werden die kinetischen Kunstobjekte von Theo Jansen entwickelt. Das Schwerpunktthema der „Strandtiere“ ist die Evolution, jede Generation soll sich Jansen zufolge besser an die Umwelt anpassen können als die vorangegangene. Die Rohre der Strandbeests werden als „Proteine“ bezeichnet. Sensoren und Logik können verbaut sein, was ihnen zum Beispiel ermöglicht, eine Gefahr zu erkennen und etwa vor einer Flut in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen. Das „Animaris Rhinoceros Transport“ ist mit 3,2 Tonnen und – bestehend aus Stahl – das weltweit schwerste Strandbeest.

Auf Thingiverse werden unterschiedlichste Strandbeest-Modelle angeboten, die nach dem Ausdrucken und Zusammenbau direkt einsatzfähig sind. Bisher sind 33 Modelle auf der Plattform verfügbar. Ein Strandbeest kann aus ABS, PLA, PVC, anderen Kunststoffen oder anderen Materialien bestehen.

Im Juli konnte ein Roboter des Makers Nathan Seidle einen Tresor in weniger als 30 Minuten knacken. Teile des Roboters stammen aus dem 3D-Drucker. Von Forschern der University of Twente wurde Anfang Juli 2017 mit dem Stormram 4 die neueste Version des MRT-kompatiblen Biopsie-Roboters vorgestellt. Er wurde per 3D-Druck hergestellt und kann manuelle Brustbiopsien vornehmen. Der Stormram 4 soll dazu beitragen, das Leben tausender Patienten zu retten. Auf dieser Seite gibt es 50 weitere Beispiele zum 3D-Druck in der Robotik sowie in unserem kostenlosen Newsletter (abonnieren).

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