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Anti-Kriegsprojekt: Einzigartige Terrakotta-Armee soll mit 3D-Drucker nachgebaut werden

Beim Skulpturen-Projekt »The Digital Terracotta Army« des Studenten Leo Impett von der Cambridge University in Wales treffen 3D-Druck und politische Bewusstseinsbildung aufeinander. Mit seinem Projekt möchte er die menschlichen Kosten eines Krieges visuell darstellen.

Logo Terakotta-ArmeeDer Name des Projekts basiert auf der berühmten chinesischen Terrakotta-Armee von Qin Shi Huang, dem ersten Kaiser Chinas. Entdeckt wurde die Grabkunst im Jahr 1974 von einem Landwirt. Diese künstliche Armee konnte auf das dritte Jahrhundert vor Christi datiert werden. Die Terrakotta-Armee besteht aus 8000 Soldaten, 520 Pferden mit 130 Streitwagen – beeindruckende Zahlen!

Nach der Digitalsierung wurde die digitale Terrakotta-Armee mit unterschiedlichen Gesichtszügen versehen. Auf Kickstarter hat Leo Impett dafür eine Kampagne gestartet und will 5.000 US-Dollar einsammeln für die Finanzierung seines Vorhabens. Die Unterstützer können Webcam-Bilder ihres Gesichts einreichen, welches dann für einen Soldaten der digitalen Terrakotta-Armee verwendet wird.

Jeder dieser Spielzeugsoldaten steht für zehn Todesfälle. Das Hintergrund-Thema ist der Israel-Palästina-Konflikt des Jahres 2014. Es gibt 102 Soldaten in Schwarz, die für ein Zehntel der militärischen Todesfälle stehen und 164 rote Soldaten repräsentieren ein Zehntel der zivilen Verluste. Von den Soldaten sind 58 weiß und stellen ein Zehntel der durch den Konflikt gestorbenen Kinder dar.

Terrakotta-Armee digitalisiert

Bereits digitalisiert wurden die Figuren der Terrakotta-Armee von Student Leo Impett. Jetzt benötigt er eine Finanzierung die Figuren mit seinem 3D-Drucker erstellen zu können (Bild © 3dprint.com).

Nach dem 3D-Druck der Soldaten werden die Zahlen in einem Gitter auf einer Basis angeordnet, wie etwa Figuren auf einem Schachbrett. Insgesamt besteht die Armee aus über 300 Soldaten und ihr individuelles Aussehen mit Gesichtern der Finanzierer von Kickstarter soll den emotionalen Aspekt des Krieges wiederspiegeln.

Das Zahlenraster mit den Soldaten dient der Darstellung als grafische Statistik. Leo Impett hofft, dass die Betrachter der digitalen Terrakotta-Armee eine Empathie für die Figuren empfinden. Seiner Ansicht nach sorgt eine mangelnde Empathie in unserer heutigen Zeit dafür, dass sich die Menschen im Zeitalter hochgerüsteter militärischer Konflikte von den realen Auswirkungen und sehr menschlichen Kosten des Krieges emotional distanzieren.

Die Kickstarter-Kampagne des Künstlers und Studenten läuft noch bis zum 28.Oktober 2014 und bisher konnten erst weniger als 300 US-Dollar eingesammelt werden. Leo Impett benötigt das Geld in erster Linie ein Upgrade seines 3D-Druckers, um die Spielzeugsoldaten noch realer darstellen lassen zu können.

Immer mehr Künstler entdecken die 3D-Drucker für Ihre Arbeiten und nutzen die mediale Aufmerksamkeit dieser innovativen, rasant wachsenden Technologie um auf bestimmte, oft gesellschaftskritische Themen aufmerksam zu machen wie die Beiträge auf unserer Themenseite „Kunst und 3D-Druck“ zeigen.

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