Raumfahrt: In den Boeing Starliner Space Taxis werden über 600 Teile aus dem 3D-Drucker eingesetzt

 6. Februar 2017  Susann Heinze-Wallmeyer  

Boeing treibt die Entwicklung seiner CST-100-Starliner weiter voran. Über 600 Teile der Raumkapsel werden mit dem 3D-Drucker gefertigt. Die Experten entschieden sich aufgrund von einem besonders leistungsfähigem Kunststoff als Druckmaterial gegen den Metalldruck.

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OPM Logo.Boeing treibt die Entwicklung seiner CST-100-Starliner immer weiter voran. Im letzten Monat gab das Unternehmen bekannt, dass es Oxford Performance Materials (OPM) mit der Herstellung 3D-gedruckter Komponenten für die drei Starliner-Kapseln beauftragt habe.

Logo BoeingIm letzten Jahr hatte bereits die Hexcel Corporation 15 Millionen US-Dollar in OPM investiert und diese Investition nun um 10 Millionen US-Dollar aufgestockt, sodass die Unternehmensbeteiligung nun bei 16,1 Prozent liegt. Die zusätzlichen Investitionen sind bei OPM sehr willkommen.

Kunststoff anstatt Metall dank PEKK-Materialien

Alle bis jetzt projektierten Teile werden im Übrigen aus Kunststoff hergestellt. Bis vor Kurzem hätte man sich hier noch für Metall entschieden, denn bis dahin war es unvorstellbar, dass Kunststoffteile die harten Temperaturen und auch den Stress im Weltraum überleben. Die Eigenschaften der von OPM genutzten PEKK-Materialien sind hingegen mit Metall vergleichbar und sogar deutlich leichter.

Boeing CST-100 Außenhülle.
Unvollständige Außenhülle des Boeing CST-100 Starliners. (Bild: © Boeing.com)

Das geringere Gewicht sorgt zugleich für niedrigere Kosten. Mit den von OPM gedruckten Teilen kann Boeing gegenüber der traditionellen Herstellung etwa 60 Prozent an Kosten einsparen. Der Leiter für Struktur- und Werkstofftechnik bei Boeing, Leo Christodoulou, gab an, dass ein ziemlich hoher Prozentsatz der mit sieben Sitzen ausgestatteten Kapseln mit dem 3D-Drucker hergestellt werden.

Laut Larry Varholak, Präsident des OPM-Luft- und Raumfahrtsektors, werden beispielsweise verschiedene Klammern mit dem 3D-Drucker hergestellt. Dass die 3D-gedruckten PEKK-Teile Temperaturen von -300 bis +300 Grad Fahrenheid (-184 bis +149 Grad Celsius) aushalten, wurde in verschiedenen Tests bewiesen. Sie konnten dabei sowohl Feuer als auch verschiedenen Strahlungen widerstehen.

Innenansicht Boeing CST-100.
Innenansicht des im Bau befindlichen Boeing CST-100 Starliners. (Bild: © Boeing.com)

Im Juni 2018 soll der erste Starliner von Cape Canaveral ins Weltall abheben. Der erste bemannte Flug ist für August 2018 vorgesehen. Ins All befördert wird die Kapsel mit einer Atlas V Rakete, in der auch 3D-gedruckte Elemente verbaut werden.

Weitere Informationen zur Kooperation zwischen OPM und Boeing finden Sie in unserem Beitrag „OPM übernimmt Herstellung 3D-gedruckter Teile für Boeing Starliner-Raumfahrzeuge“.

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