Das 3D-Druck-Forschungsunternehmen Create it REAL hat eine neue Plattform für den 3D-Druck entwickelt, deren Fokus auf dem IP-Schutz liegt. Nutzer haben hier die Möglichkeit, 3D-Dateien auszudrucken, ohne dabei Zugriff auf die ursprüngliche Datei zu erhalten. Die Daten werden direkt an Bord des 3D-Druckers mit einem Create it REAL Prozess Chip aktiviert und fungiert so als eine Art Verschlüsselungstechnologie für 3D-Drucker.

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Create it REAL LogoBereits vor der Entwicklung des neuen Chips war Create it REAL auf dem 3D-Druck-Markt präsent. So brachte das Unternehmen im Jahr 2013 einen RTP (Real-Time-Prozessor) auf den Markt, mit dem die Geschwindigkeit des FDM- und SLA-3D-Drucks erhöht werden konnte. Seitdem hat das Unternehmen an weiteren Lösungen gearbeitet, so unter anderem auch an einer Software, die den 3D-Druck von Schusswaffen verhindern soll.

Aktuell arbeitet Create it REAL an einer Reihe von Prototypen, die im Rahmen eines großen Pilotprogrammes Ende dieses Jahres vorgestellt werden sollen.

Create it Real RT-Prozessor
Der Create it REAL 3D Real-Time-Prozessor. (Bild: © createitreal.com)

Verschlüsselung der 3D-Druck-Dateien

Angeregt durch das Beispiel der Musik-Streaming-Plattformen, die ihren Kunden ermöglichen, Musik zu hören, ohne dass diese selbst Zugriff auf die Datei haben, und somit die Rechte der Künstler und Plattenfirmen gewahrt bleiben, sind die Mitarbeiter von Create it REAL auf die Idee gekommen, eine solche Technologie auch für den 3D-Druck zu entwickeln.

Die 3D-Druck-Community hat zwar ihren größten Schwerpunkt im Basteln und Modifizieren von Designs, die neue Technologie dürfte aber vor allem bei Unternehmen, die ihre Daten sichern wollen, ankommen. Erst gestern haben wir hier über ein Patent von Disney zum Kopierschutz von Objekten berichtet. Auch Designer, die ihre Projekte als .stl-Dateien zum Kauf anbieten, könnten von der höheren Sicherheit profitieren.

„Stellen Sie sich vor, dass Unternehmen in der Lage sind, Ersatzteile auf Verlangen zu drucken oder zu verkaufen, ohne die Angst, ihr geistiges Eigentum zu verlieren. Sie würden große Einsparungen bei der Lagerung und beim Transport erzielen und könnten die Teile für immer zu ihren Kunden zur Verfügung stellen“, erläutert der Create it REAL CEO, Jeremie Pierre Gay, die Vision seines Unternehmens.

Verlust geistigen Eigentums bislang großes Problem des 3D-Drucks

Einer Gartner-Studie entsprechend wird der 3D-Druck allein bis zum Jahr 2018 zu geistigen Eigentumsverlusten in Höhe von mindestens 100 Milliarden US-Dollar führen. Jeremie Pierre Gay äußerte dazu in einer Mitteilung auf der Website des Unternehmens, dass sein Unternehmen dazu beitragen will, „eine der größten Herausforderungen in der 3D-Druck-Industrie jetzt zu beheben“.

Grafische Darstellung Create it Real Datenübertragung
Grafische Gegenüberstellung der Ver- und Entschlüsselungsprozesse. (Bild: © createitreal.com)

Vor allen Dingen in der Musik- und Videoindustrie kommen immer mehr Raubkopien und auch qualitativ hochwertige Kopien auf den Markt. Deshalb müsse man Unternehmen helfen, ihren Kunden und Geschäftspartnern eine beste 3D-Druck-Erfahrung zu garantieren. Markenprodukte sind für ihre Qualität bekannt, gleiches muss auch für qualitativ hochwertige und echte Dateien gelten, die zu 100 Prozent sicher sind. Auch die Drucker und Verbrauchsmaterialien müssen eine hohe Qualität besitzen, um so Kunden von der neuen Technologie zu überzeugen.

Auch die Walt Disney Company ist über die Verluste besorgt und hat deshalb vor kurzer Zeit ein Patent für den 3D-Druck mit Anti-Scanning-Filament eingereicht (wir berichteten). Das Unternehmen äußerte Bedenken darüber, dass ihre Modelle und Figuren mit 3D-Scannern und 3D-Druckern kopiert werden können. Hier hofft man, die Verluste mit dem neuen 3D-Druck-Prozess zu verringern.

Sinnvoll ist vielleicht eine Kombination aus beiden Verfahren. Dies würde zumindest das Kopieren von 3D-Drucken erschweren, sicher aber nicht ganz verhindern. Trotzdem ist die neue Verschlüsselungsplattform gerade für Unternehmen eine vielversprechende Technologie.

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