Mit dem Abschmelzen der Gletscher weltweit steigt auch der Meeresspiegel. Zugleich steigt auch die Wassertemperatur der Meere, was vielen Korallenriffen zusetzt und sie absterben lässt. Projekte in Australien und Israel beschäftigen sich damit die Küsten zu schützen und haben mit dem Beton-3D-Druck Lösungen entwickelt, die ein Alternative zu den oft unschönen Betonklötzen darstellen.

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Steigende Meeresspiegel und Wetterextreme bringen Forscher dazu, aufwendige Schutzmaßnahmen an den Küsten zu entwickeln, wie das Magazin „Edison“ berichtet. Wissenschaftler aus Australien und aus Israel haben in separaten Maßnahmen überlegt, wie sie aus wenig einladenden Schutzwänden einladende Biotope für Meeresorganismen machen.

„Living Seawall“

Betonmauern und Dämme am Hafen von Sydney sind stabil, aber nicht gut für Meeresorganismen. Auf eintönigen, glatten Strukturen können weniger Organismen überleben. Die Fähigkeit, den Lebensraum zu reinigen reduziert sich, ebenso wie die Wasserqualität. Das führt auch zu weniger Fischbeständen.

Industriedesigner Alex Goad hat gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern rund um Maria Vozzo vom Sydney Institut für Meereswissenschaften ein Ersatzbiotop entworfen. Pflanzen und Tiere siedeln sich dort an und erhöhen die Artenvielfalt. Das Ökosystem wird widerstandsfähiger und produktiver.

Goad entwarf sechseckige Kacheln mit 55 Zentimeter Durchmesser, die aus Beton mit einem 3D-Drucker in schönen Formen hergestellt werden. Sie wiegen 25 Kilogramm und haben Vertiefungen und Löcher wie poröser Sandstein. Die Strukturen ahmen die Natur nach. Die einzelnen Platten der „Living Seawalls“ werden mit Bolzen an der Kaimauer befestigt. Nach der ersten Installation 2019 an der Harbour Bridge in Sydney, gibt es diese Platten nun schon an vier Orten. Nach wenigen Wochen entdeckten die Australier, dass verschiedene Fischarten an den Kacheln Nahrung suchen. Die Kacheln waren bereits teilweise komplett mit Algen, Austern und anderen Muscheln überwuchert. An der Entstehung des weltweit größten 3D-gedruckten Korallenriffs, das wir 2018 vorgestellt haben, war Goad ebenfalls beteiligt.

Das israelische Unternehmen ECOncrete

In Israel hatte die Meeresbiologin Shimrit Perkol-Finkel eine ähnliche Idee. Sie erkannte beim Tauchen, wie artenarm Wellenbrecher aus Beton sein können. Mit ihrer Studienkollegin Ido Sella gründete sie 2012 ECOncrete. Sie entwarfen Strukturen mit Vertiefungen und Nischen, in denen sich Tümpel mit Meereswasser bilden. Diese werden regelmäßig überspült, ähnlich wie an einer natürlichen Felsküste.

Von ECOncrete gibt es außerdem massive Blöcke, Matten und Wandelemente zum Küstenschutz, mit denen neue Lebensräume für Meeresorganismen entstehen. Die Betonklötze von ECOncrete befinden sich an verschiedenen Küsten in Israel, in den USA oder in den Niederlanden. Es zeigte sich, dass die Artenvielfalt auf den Strukturen doppelt so groß sei wie auf herkömmlichem Beton.

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