Auf Kickstarter bewirbt  Brett Kuxhausen aktuell ein Projekt, dass die Produktion eines Films über 3D-Drucker finanzieren soll. Im Fokus stehen so genannte Liberatoren, also schussfähige Waffen aus dem 3D-Drucker. Bei gerade einmal 750 US-Dollar geht der Film bereits in Produktion und dürfte Gefahren – aber auch mediale Missverständnisse zum Thema Liberator aufzeigen.

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter steht mit »The Power of Print« nun ein außergewöhnliches Projekt zur Auswahl, welches Unterstützer sucht und mit 750 US-Dollar einen Dokumentarfilm über die Waffe aus dem 3D-Drucker plant. Neben Lebensmitteln, Gitarren und Organen können mit der 3D-Drucktechnologie auch Waffen gedruckt werden. Medien sehen darin eine heikle Entwicklung und Gefahr für die Gesellschaft. Brett Kuxhausen, der Schöpfer des geplanten Films, möchte mit einem 3D-Drucker nun eines dieser umstrittensten 3D-Objekte der USA drucken und zwar eine funktionsfähige Pistole. Die weltweit erste Pistole aus einem 3D-Drucker stellte Cody Wilson mit seiner Firma Defense her (wir berichteten..).

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Von den 16 Bauteilen stammten 15 aus dem Drucker während die letzte Komponente zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen aus Metall bestand. Den Plan der Pistole hatte er selbst entworfen und diesen dann als kostenlosen Download ins Internet gestellt. Noch bevor die US-Behörden den Bauplan löschen konnten, wurde er 100.000 mal heruntergeladen und war für jeden Anwender leicht zugänglich. Jeder, vom Kind bis zum Terroristen könnte die Waffe drucken, die von einem Metalldetektor nur schwer entdeckt werden kann. Eine Regulierung der 3D-Technologie würde sich allerdings negativ auf die Entwicklung und seiner Möglichkeiten auswirken.

Dokumentarfilm „The Power of Print“

Der Dokumentarfilm »The Power to Print« versucht herauszufinden, wie einfach es ist eine Pistole mit einem 3D-Drucker herzustellen. Bei dem Film folgt der Betrachter dem Filmemacher in den Wilden Westen Montanas und sieht wie die Pistole in seiner Heimatstadt Helena entsteht. Die Rechtsmäßigkeit und die Zukunft der Technologie wird im Verlauf der Dokumentation mit einem Rechtsanwalt aus Missoula besprochen. Mit einem Polizisten aus Bozeman werden die Gefahren einer solchen Kunststoff-Pistole erörtert. Das Ziel des Kickstarter-Projekts ist es Kuxhausen zufolge mit dem veranschlagten Budget von 750 US-Dollar vorwiegend die entstandenen Reisekosten zu decken.

Film Liberator Ausschnitt
(Screenshot © Brett Kuxhausen; https://www.kickstarter.com/projects/1303300988/the-power-to-print/widget/video.html).

Seinen Angaben zufolge ist Montana kein kleiner Staat, da während der Dreharbeiten öfter Fahrten nach Helena, Missoula und Bozeman erfolgten. Auf mehr als tausend Meilen habe sich insgesamt die gefahrene Strecke belaufen. Die wunderbare Crew soll ebenfalls ihren Anteil aus dem Budget erhalten, da ohne ihre tatkräftige Unterstützung der Film nicht möglich gewesen wäre.

Der Restbetrag würde für die Deckung der Kosten und der eventuellen Einstellung einer Post Crew verwendet. Die Unterstützer werden jedoch nur den Dokumentarfilm sehen können, wenn das Mindestbudget von 750 US-Dollar erreicht werden sollte. Zur Zeit zählt das Filmprojekt bereits 15 Unterstützer, die 590 US-Dollar zur Verfügung gestellt haben. Bis zum Ende der Aktion am 30.April 2014 dürfte das erforderliche Budget beisammen sein. Wenn zusätzliche Gelder eingesammelt werden sollten, dann würde das Geld zur Bezahlung der Crew eingesetzt.

Die Künstlerin Abigail Kent hat ein Comic zur Pistole aus dem 3D-Drucker gezeichnet und soll es als Belohnung für die Unterstützer geben. In weiteren Projekt-Updates werden Interessierte mehr von der Originalvorlage sehen und daher dürfen die Unterstützer gespannt auf die nächsten Comic-Zeichnungen sein. Der Name des Films wurde bereits mit dem 3D-Drucker in roten Buchstaben erfolgreich ausgedruckt.

Der fertige Film dürfte auf der einen Seite die Möglichkeiten zeigen zur Entwicklung eines schussfähigen Waffe mit einem 3D-Drucker. Auf der anderen Seite informiert er über die Rechtmäßigkeit und Gefahren die mit 3D-Kunststoffpistole in Verbindung stehen aber übt auch Kritik an medialem Missverständnis über die Gefahren der Liberatoren. Es besteht durchaus das Risiko, dass Terroristen oder Kriminelle künftig Waffen mit einem 3D-Drucker herstellen (ausgehend von einer Verbesserung der 3D-Drucker für Privatverbraucher), allerdings sollten Berichterstattungen der Medien auch stets kritisch hinterfragt werden, da dieses Thema gerne für populistische Zwecke eingesetzt wird.

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