Der weltweit bekannte Technologiekonzern Siemens investiert einiges in die Schlüsseltechnologie der Additiven Fertigung, um gleich von Anfang an bei dieser Entwicklung vorne mit dabei zu sein. Mit Investitionen in Millionenhöhe und neuen Arbeitsplätzen in neugebauten Produktionsstätten, wie zum Beispiel in Großbritannien, befindet sich Siemens auf einem sehr guten Weg. Zukünftig soll 3D-Druck verstärkt bei der Herstellung von Gasturbinen zum Einsatz kommen. Auch die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle.

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Der Technologiekonzern Siemens AG tätigt Investitionen in die Additive Fertigung und stellt Gasturbinen mit der immer beliebter werdenden Schlüsseltechnologie her. Nach Konzernangaben sei man Vorreiter in diesem Bereich und setze diese für Rapid Prototyping ein. Siemens hat seinen Fokus außerdem auf die Entwicklung serienreifer Lösungen für die Herstellung von Brennerdüsen und der Reparatur von Gasturbinen-Brennerspitzen gelegt.

Kürzlich schaffte das Unternehmen mit dem 3D-Druck von Gasturbinenschaufeln einen Durchbruch. Diese Turbinenschaufeln konnten die Tests mit Erfolg bestehen. Wie wir im Dezember letzten Jahres berichteten, erhielt das US-Startup Markforged außerdem ein Investment von 30 Millionen US-Dollar, unter anderem auch von Siemens. Neben Siemens zählten mit Microsoft und Porsche weitere namhafte Konzerne zu den Investoren, auch mit dem Ziel, die Einführung von 3D-Druck  in die eigene Fertigung zu forcieren.

Im Dezember 2017 erhielt Siemens für die Additive Fertigung von Gasturbinenschaufeln eine Auszeichnung von der American Society of Mechanical Engineers (ASME). Die ASME ist die Amerikanische Gesellschaft der Maschinenbauingenieure. Bei dem erfolgreichen Test der gedruckten Gasturbinenschaufeln mussten sie 13.000 Umdrehungen und eine Temperatur von mehr als 1250 Grad Celsius überstehen. Von dem Hersteller wurde auch ein neues Schaufeldesign erprobt, das über eine vollständig optimierte und überarbeitete Innenkühlgeometrie verfügte, die per 3D-Druck gefertigt wurden. Wie Siemens setzt das britische Unternehmen Renishaw auf den 3D-Druck von Highspeed-Turbinenschaufeln, die in der Luft-, und Raumfahrt eingesetzt werden.

Gefertigt wurden die Klingen in einer 3D-Druckerei im schwedischen Finspong und bei der britischen Firma Material Solutions, die mittlerweile zu Siemens gehört. Zu den Produkten, die Siemens mit der Additiven Fertigung herstellt zählen neben Turbinenschaufeln auch Brennerdüsen und Brennerspitzen. Brennerköpfe werden zeit-, und kostensparend mit 3D-Druck repariert.

Es handelt sich bei der ASME-Auszeichnung um die dritte Auszeichnung, die der Konzern für dieses Projekt neben dem „International 3D Printing Industry Award“ und dem „Werner von Siemens Award“ erhielt.

Neues 3D-Druck-Werk von Siemens in Großbritannien

Material Solutions 3D-Druck-Fabrik Großbritannien
Die neue 3D-Druck-Fabrik von Material Solutions Ltd. und Siemens AG in Großbritannien (Bild © Siemens AG).

In Großbritannien investiert Siemens außerdem jetzt in ein neues 3D-Druck-Produktionswerk im britischen Worcester bei Material Solutions mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro, wie es in einer Pressemitteilung von Siemens heißt. Fünfzig neue Arbeitsplätze werden hier entstehen. Nach dem Bau des Werks ist seine Eröffnung für September dieses Jahres vorgesehen.

Die Kapazität der 3D-Drucker steigt mit der Investition auf 50 Maschinen und zählt zur Konzernstrategie, das weltweite Geschäft mit Dienstleistungen in der Additiven Fertigung aus-, und aufzubauen. Mit dem 3D-Druck ist Siemens in den Bereichen Automobilindustrie, Raumfahrt, Luftfahrtindustrie und weiteren Branchen aktiv. Unser Newsletter informiert sie rund um den 3D-Druck und seiner weiteren Entwicklung in all diesen Bereichen (hier kostenlos abonnieren).

Die neue Produktionsstätte wird komplett mit Siemens Digital Solutions Lösungen arbeiten, welches aus einem integrierten permanenten Portfolio softwarebasierter Systeme und Automatisierungskomponenten besteht. Hiermit wird jede Anforderung abgedeckt, die rund um die industrielle Wertschöpfungskette entstehen könnte. Die Fabrik setzt dabei auf das Potenzial, die die Digitalisierung bietet.

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