Die Unternehmensberatung Ernst & Young hat in einer Umfrage den Stand Deutschlands gegenüber anderen europäischen Ländern beim 3D-Druck befragt. Und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

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Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young liegen deutsche Unternehmen beim Einsatz additiver Fertigung mit 37 Prozent deutlich vor der internationalen Konkurrenz. In den USA arbeiten nur 16 Prozent mit additiver Fertigung und in China sind es 24 Prozent der Unternehmen. Befragt wurden 900 Unternehmen in ausgewählten Ländern (USA, Westeuropa, China, Südkorea, Großbritannien), 200 davon in Deutschland.

Der 3D-Druck eröffnet die Möglichkeit, das Potential in der Digitalisierung zu den USA aufzuholen. Deutsche Unternehmen können also vom 3D-Druck profitieren. In den vergangenen fünf Jahren stieg das Interesse der Öffentlichkeit an dieser zukunftsweisenden Technologie enorm an.

Der 3D-Druck bietet unendliche Möglichkeiten bei der Herstellung, neben komplexen Formen aus unterschiedlichen Materialien wie Kunststoff oder Nylon, lassen sich mittlerweile Objekte aus Metall und organischen Stoffen herstellen. So arbeitet der Flugzeughersteller Airbus bereits intensiv mit 3D-Druck, um Bauteile seiner Flugzeuge herzustellen oder den Produktentwicklungszyklus zu optimieren (z.B. Rapid Prototyping im eigenen Haus).

In der Produktion sind kaum noch Mindeststückzahlen erforderlich, damit sich die Herstellung eines Produktes für den Hersteller rentiert. Jedes Produkt kann im Prinzip auf Bestellung hergestellt und anschließend zum Kunden versandt werden. In Zukunft könnten Firmen auf große Lagerhallen und kostenintensive Fertigungsstraßen verzichten. Das Potential des 3D-Drucks sei für deutsche Unternehmen disruptiv und mit dem Silicon Valley vergleichbar.

Prothesen, Kleidung, Autos und Haut – 3D-Druck ist vielseitig einsetzbar

Zum Beispiel entwickelte die Berliner Firma botspot vor vier Jahren den ersten Ganzkörper 3D-Scanner, der unter anderem von Otto Bock dazu genutzt wird, individuelle Prothesen basierend auf Scans per 3D-Drucker herzustellen. Die Modedesignerin Babette Sperling verwendet den 3D-Druck zur Gestaltung neuer Kleider-Designs für ihre Modekollektionen (mehr zum 3D-Druck von Kleidung). Die internationale Konkurrenz wie der chinesische Kosmetikhersteller JALA Group setzt ebenfalls auf 3D-Druck und verwendet 3D-Bioprinting zur Fertigung menschlicher Haut, um Haut-Tests für neue Kosmetika durchführen zu können.

Der junge US-Autohersteller Local Motors hat sich auf gedruckte Fahrzeuge spezialisiert und mit Olli einen Kleinbus entwickelt, der innerhalb weniger Stunden mit einem 3D-Drucker gefertigt werden kann. Der Kleinbus soll im Jahresverlauf von der Deutschen Bahn eingesetzt, in Bayern und Berlin getestet werden.

3D-Druck generiert einen Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro – allein in Deutschland

Infografik zum 3D-Druck
Infografik: Deutschland öffnet sich zunehmend für den Einsatz von 3D-Druck in Unternehmen (Bild © Ernst & Young GmbH).

Der Einsatz des 3D-Drucks in Deutschland generiert bereits einen Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro, schätzt Ernst & Young, doch deutsche Unternehmen müssen am Ball bleiben und ihre Geschäftsmodelle laufend fortentwickeln, um ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz nicht einbüßen zu müssen. Übrigens: Der Gesamtumsatz von 3D-Druck weltweit beträgt aktuell circa 10 Milliarden Euro – Tendenz stark steigend.

Probleme deutscher Unternehmen

An Fachwissen bezogen auf die Einsatzmöglichkeiten des 3D-Drucks fehlt es 28 Prozent der Firmen, bei 40 Prozent sind es die hohen Anschaffungskosten eines 3D-Druckers. Nach einer Marktprognose werden mehr als 75 Prozent der Unternehmen aus der Fertigungsindustrie den 3D-Druck bis 2020 in ihrer Produktion einsetzen. Zu den führenden Informationsmedien in Deutschland zählt 3D-grenzenlos. Folgen Sie unserem täglichen Newsletter für alle Neuigkeiten aus der Welt der 3D-Drucker (jetzt abonnieren).

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