Optiker und Hersteller von Brillen, Gläsern und Brillengestellen entdecken die Möglichkeiten der 3D-Drucker. Unternehmen der Augenoptik verschiedener Länder haben bereits Möglichkeiten entwickelt, sich 3D-Drucker für die eigenen betriebswirtschaftlichen Vorteile zu Nutze zu machen. Und das ist auch gut so, denn tatsächlich können hier „Frühaufsteher“ von den aktuellen Entwicklungen im Bereich der 3D-Drucker profitieren und langfristig erfolgreiche Geschäftsideen entwickeln.

Maßgeschneiderte Brille aus 3D-Drucker
Maßgeschneiderte Brillen aus dem 3D-Drucker: Das US-Unternehmen Protos hat nach eigenen Angaben ein Verfahren ermittelt, um die für den 3D-Druck notwendigen Messdaten des Gesichts mittel zweier Fotos zu ermitteln (Bild © // crowdfunding.protoseyewear.com).

Das neue Jahr 2014 begann für Interessenten zu den Themen Brille und neue Techniktrends gleich doppelt interessant. Nach dem Ende der Consumer Electronic Show in Las Vegas (CES 2014) endete gestern, dem 12.01.2014, auch die Brillenfachmesse Opti in München. Es bleibt festzuhalten: die 3D-Drucker werden sukzessive massenmarkttauglich und rücken 2014 weiter vor auf der Liste interessanter Haushaltsgerät. Und Unternehmen der Brillen- und Augenoptiker-Branche suchen neue, interessante Möglichkeiten für Alleinstellungsmerkmale, sich also von anderen Unternehmen abzuheben.

Gerhard Hegmann hat auf welt.de einmal das Thema Brille und innovative Technologien aufgearbeitet. Wir möchten unseren Schwerpunkt aber auf Unternehmen legen, die bereits 3D-Drucker für ihre Arbeit im Bereich der Augenoptik und Produktion von Brillen einsetzen oder an interessanten Geschäftsideen arbeiten. Dazu haben wir Euch die nachfolgende Übersicht erstellt.

Brillenunternehmen und Optiker mit technischer Weitsicht

  • MyKita (Berlin): Die Firma MyKita aus Berlin beschäftigt in etwa 300 Mitarbeiter. MyKita ist spezialisiert auf die Fertigung hochwertiger Brillenfassungen, die im High-Tech-Produktionsverfahren hergestellt werden. Das Verfahren veschmilzt Kunststoffpulver mit einem Laser zu einem 3D-Objekt. MyKita möchte mit Hilfe der 3D-Drucker in spätestens zwei Jahren maßgeschneiderte Brillen für Sehstärke und Gesicht drucken lassen, wird der Mitgründer und Geschäftsführer Moritz Krüger auf welt.de zitiert. Die Daten zur Fertigung der maßgeschneiderten Brillen erhalten die Hersteller mit Ausmessen von Augen und Kopf.
  • Protos (USA): Auch das US-Unternehmen Protos möchte 3D-Drucker zur Fertigung maßgeschneiderter Brillen nutzen. Nach eigenen Angaben arbeite man an einem Verfahren, die für den maßgeschneiderten 3D-Druck benötigen Daten einzig mittels zwei Bilder der Kunden zu ermitteln.
  • LUXeXcel  (Niederlande): Dem niederländischen 3D-Druckspezialist für Brillen LUXeXcel ist es angeblich gelungen, nicht nur Brillenfassungen, sondern auch Brillengläser mit dem 3D-Drucker zu drucken.
  • Patrick Hoet (Belgien): Der belgische Brillenhersteller Patrick Hoet nutzt einen 3D-Metalldrucker um Brillenfassung aus Titan zu erstellen. Unterstützt wird das Unternehmen dabei von dem Technologiezentrum Melotte.
  • FrameLApp (Deutschland): Auch das deutsche Startup-Unternehmen FrameLapp möchte zukünftig für Kunden maßgeschneiderte Brillenfassungen anfertigen lassen. Entgegen MyKita aber nicht im Hochpreissegment sondern für einen Preis von 230 bis 280 Euro, wie DIE WELT berichtet. Auf XING präsentiert sich das Unternehmen mit der Information, die mit „neuesten Produktionstechnologien“ gefertigten Billenrahmen nur im stationären Handel vertreiben zu wollen. Man habe sich „bewusst konsequent gegen den Onlinehandel entschieden“, so die Unternehmensbeschreibung. Da bleibt also noch ausreichend Marktpotenzial für Online-Händler, zukünftig maßgeschneiderte Brillen auch online zu vertreiben. Wie man an die Messdaten der Kunden kommt, bleibt allerdings die Herausforderung. Klappt es mit den Methoden von Protos, sollte aber auch das Problem alsbald gelöst sein.

Ihr kennt weitere Unternehmen im Bereich Augenoptik und Brillen, die sich engagieren, die innovative 3D-Drucktechnologie gewerblich nutzbar zu machen? Meldet sie uns entweder als Kommentar unter dem Artikel oder per E-Mail an: info[at]3d-grenzenlos.de ([at] mit @ ersetzen). Gerne erwähnen wir Sie in unserer Übersicht mit einer kurzen Beschreibung.

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