Zeit ist in der Produktion ein wichtiger Faktor, der oft Mangelware ist. Mit dem vom Fraunhofer IPA entwickelten „CassaMobile“ kann man die Produktion direkt an den Einsatzort verlegen und spart sich so Zeit, Transportwege und Lieferengpässe. Die kleine Kompaktfabrik hat einiges zu bieten, unter anderem auch einen 3D-Drucker.

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Vor Ort zu produzieren, bietet viele Vorteile. Man vermeidet Liefer- und Transportengpässe und verliert keine Zeit. Wissenschaftler und Ingenieure des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit Partnern eines EU-Projekts das „CassaMobile“ entwickelt. Die Idee dahinter ist, eine flexible, transportable, überall einsatzfähige Fabrik, die bei Bedarf mit Modulen anpassbar ist. Das Ganze befindet sich in einem 20-Fuß-Container nach ISO-Standard.

Woraus besteht solch eine Kompaktfabrik?

Laut einer Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts gibt es im CassaMobile Komponenten wie Fräsmodule, Reinigungs- und Sterilisieranlagen. Zusätzlich befindet sich im Raum eine Station, dank der Fertigungsteile unter Schutzatmosphäre verpackt werden können. Selbst Reinraumbedingungen kann man im CassaMobile schaffen, dementsprechend ist der Container nach DIN EN ISO 14644-1; Klasse 6 zertifiziert. Der Innenraum ist temperatur- und feuchtigkeitsreguliert. Zum wichtigsten Inventar gehört ein 3D-Drucker. Um die Fabrik in Betrieb zu nehmen, braucht man nur noch einen Strom-, Wasser- und Druckluftanschluss.

Innenansicht des CassaMobiles
Jeder einzelne Kubikmeter im CassaMobile wird optimal genutzt (Bild © Fraunhofer IPA).

Warum ein CassaMobile?

Wichtige Bauteile müssen heute schnell verfügbar sein. Die mobile Fertigungsanlage wird an den Einsatzort geliefert und ermöglicht den sofortigen Beginn der Produktion. In der Medizin kommt die Anlage schon zum Einsatz. Es werden Schablonen erstellt für Knochen-OPs, individuelle Orthesen und Industriegreifer. Auch in der Automobilbranche oder beim Anfertigen wichtiger Teile in Katastrophenfällen ist der Einsatz des CassaMobile denkbar.

das CassaMobile
Die mobile Fabrik kann jederzeit an einen gewünschten Ort gebracht werden(Bild © Fraunhofer IPA).

Die Industrie profitiert mit dem CassaMobile, indem Fertigungsteile in der Nähe des Kunden gemeinsam entwickelt und gebaut werden. Eine ausgebaute Infrastruktur ist dazu vor Ort nicht notwendig. Mit dem CassaMobile hat man eine komplette Fertigungsstraße auf kleinstem Raum. Die Entwickler legten das Augenmerk darauf, jeden vorhandenen Kubikmeter bis ins kleinste Eck zu nutzen. Mit dem CassaMobile hat man eine komplette Fertigungsanlage zur Verfügung stehen, die automatisiert arbeitet. Einzelkomponenten müssen nicht mehr manuell montiert werden. Eine Reihe spezifischer Prozessmodule sorgt bei der Endbearbeitung für die Reinigung oder Sterilisation.

Additiv oder subtraktiv

Zwei Fertigungswege sind möglich, additiv und subtraktiv. Der integrierte 3D-Drucker kann zwei Arbeitsmaterialien verarbeiten, Polyamid und Stützmaterial wie Polyvinylalkohol (PVA). Kameras überwachen die Arbeitsprozesse und vereinfachen das Reagieren, wenn Fehler auftauchen. Für die subtraktive Arbeit ist ein rechnergestütztes numerisches CNC-Modul mit fünf Achsen zuständig. Man kann komplexe Werkstücke damit bearbeiten und Oberflächen glätten. Auch ein Reinraum ist in der mobilen Fabrik möglich. Ein Filtermodul sorgt für saubere und partikelfreie Luft im Container. Verunreinigungen werden durch ständige Umwälzung entfernt. Die vorhandenen Steuerkonsolen sind miteinander vernetzt und können zentral gesteuert und programmiert werden. Die folgenden sechs Module können bei Bedarf eingesetzt werden:

  • 3D-Drucker
  • CNC-Bearbeitungsmodul
  • Fertigungsmodul
  • Reinigungsmodul
  • Sterilisationsmodul
  • Versorgungseinheit

Mit dem CassaMobile ist dem Fraunhofer Institut eine wirklich nützliche Entwicklung gelungen, die in vielen Industrien einsetzbar ist. Auch das 3D-Echtzeitscansystem von Fraunhofer, über das wir erst im Februar berichtet haben, ist äußerst hilfreich für Industrie und andere Bereiche. Neben dem CassaMobile entwickelte das Fraunhofer IPA mit Hilfe von 3D-Druckern auch schon Lesehilfen für Menschen mit Sehbehinderung oder die App „Analytics App“, die per Knopfdruck komplexe Analysen aus 3D-Druckern auslesen kann. erhielt im Jahr 2018  Abonnieren Sie hier unseren Newsletter und erhalten Sie auch weiterhin alle Neuigkeiten aus der Welt des 3D-Drucks kostenlose per E-Mail (jetzt abonnieren).

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