3D-Druck:

HELIOS Klinikum Hildesheim implantiert erfolgreich Hüftprothese aus dem 3D-Drucker

Das HELIOS KIinikum in Hildesheim hat einer Patienten eine Hüftprothese aus dem 3D-Drucker erfolgreich eingesetzt. Mit der Titanprothese ist die junge Frau aus Zypern erstmals schmerzfrei.

Die Patientin Antzelina Kesidi aus Zypern leidet an Schmerzen wegen einer angeborenen Fehlbildung ihrer Hüften. Im Alter von 24 Janren erhielt Sie ihre erste beidseitige Hüftprothese in Russland eingesetzt, doch weder diese noch nachfolgende Prothesen konnten ihr tatsächlich helfen und die Schmerzen lindern. Antzelina erhielt jetzt 16 Jahre nach der ersten Operation im HELIOS Klinikum Hildesheim (Niedersachsen) eine vollständig angepasste Hüftprothese aus dem 3D-Drucker. In einer dreistündigen Operation wurde ihr die gedruckte Prothese erfolgreich eingesetzt.

Nach der Operation fühlte Freu Kesidi erstmals keine Schmerzen mehr und lebt jetzt schmerzfrei dank der neuen Hüftprothese, schreibt das HELIOS Klinikum in einer Pressemitteilung. Die Operationen in Russland und Griechenland hatten eine schlechte Knochensituation hinterlassen, weshalb kein klassisches Implantat verwendet werden konnte. Eine belgische Firma, mit Fokus auf individuell auf Patienten zugeschnittene Implantate wurde mit der additiven Herstellung der Hüftprothese beauftragt. Auf Basis von Aufnahmen einer Computertomografie (CT) entstand per Lasertechnik die perfekte Replik ihres Beckens aus Kunststoff.

Hüftprothese aus dem 3D-Drucker
Antzelina Kesidi (rechts) mit dem Hildesheimer Arzt der HELIOS Klinik und dem Beckenmodell aus dem 3D-Drucker (Bild © HELIOS Kliniken).

Im Anschluss wurde ein Laserstrahl eingesetzt, der aus Titanlegierungssand das passgenaue Implantat schichtweise aufbaute. Die Prothese entstand basierend auf dem Kunststoffmodell mit Titan. Zur genauen Befestigung der Hüftprothese wurde ihr Becken digital vermessen. Antzelina Kesidi zeigt sich glücklich endlich wieder schmerzfrei leben und mit ihren zehnjährigen Sohn toben zu können. Der 3D-Druck wird derzeit nur in Einzelfällen von den Krankenkassen finanziert und sollte vorher bei der Krankenkasse nachgefragt werden.

Ähnliche Artikel: Die japanische Kitasato-Universität hat eine salzbasierte Tinte entwickelt mit der Salzknochen gedruckt werden können, um Hüftschmerzen zu vermindern. Das Unternehmen ConforMIS bietet individuelle Knieprothesen aus dem 3D-Drucker und der Australier Mat Bowtell verschickt gedruckte Fingerprothesen an arme Kinder auf der ganzen Welt. Mehr Beispiel und weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf unserer Themenseite „Prothesen aus dem 3D-Drucker„.

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