Max Freeman wollte sein iPad lauter machen. Das Konzept von Apple durchschaut, Peripheriegeräte (Zubehör) werden teuer an Kunden verkauft und mit der Möglichkeit einen 3D-Drucker nutzen zu können, kam Freeman auf die Idee, seinen eigene iPad-Verstärker zu entwickeln. Wie Max Freeman zum Hobby-Produktentwickler wurde und dabei es schaffte, tatsächlich sein iPad lauter zu machen, lest ihr hier.

iPad-Verstärker im 3D-Drucker und Foto aller drei Prototypen
iPad-Verstärker aus dem 3D-Drucker: Gedruckt wurden die drei Prototypen (Bild rechts) mit einem Cube-3D-Drucker (Bild links) (Bild © // 3dprintingindustry.com).

Das US-amerikanische Unternehmen Apple ist für sein Konzept bekannt, Zubehör für seine Apple-Unterhaltungsgeräte mitunter deutlich zu teuer zu verkaufen. Und das Konzept funktioniert. Einem echten Apple-Fan ist der Preis nicht selten egal: Man möchte meinen, ein wahrer Apple-Enthusiast würde sogar für ein einfaches Stück Plastik, von Apple gut vermarktet, tief in die Tasche greifen.

Lieber Zeit investieren, als Geld ausgeben.

Max Freeman gehört nicht dazu. Er besitzt ein iPad. Und das ist ihm zu leise. Viel Geld für einen Apple-Verstärker ausgeben möchte er nicht.

Wie David Sher von 3D Printing Industry beschreibt, hatte Max Freeman eine Stunde Pause zwischen zwei Meetings. Während seiner Pause war er umgeben von 3D-Druckern. Da kam ihm die Idee, „einen solchen 3D-Drucker“ zu verwenden, um selbst ein Produkt zu entwickeln, das sein iPad lauter macht und dabei kostengünstig ist. Frei nach dem Motto: Lieber Zeit investieren, als Geld ausgeben.

Entwicklungsstufe 1: 3D-Modell und Design digital entwerfen

Mit Hilfe einer Reihe von Messungen an seinem iPad und ausgestattet mit einer 3D-Software, erstellte Freeman zunächst einen digitalen Prototypen. Ein Teil, das auf Höhe des Lautsprechers an das iPad gesteckt wird und die Töne nach oben leitet. Nach 25 Minuten war das 3D-Modell fertig. Gespeichert als .STL-Datei lässt es sich nun mit einer den 3D-Druckern mitgelieferten Software aufrufen und der 3D-Druck starten.

Screenshot 3D-Modell iPad Verstärker für 3D-Drucker in CAD-Software
CAD-Modell: Der iPad Verstärker wird zunächst mit Hilfe einer 3D-Software digital entworfen und anschließend als .STL-Datei für den 3D-Druck gespeichert (Bild © // 3dprintingindustry.com).

Entwicklungsstufe 2: Prototyp I

Der Prototyp I des iPad-Verstärkers war nach 45 Minuten fertig gedruckt. Verwendet wurde dafür ein Cube-3D-Drucker. Vor dem Hintergrund physikalischer Gesetze im Grunde wenig überraschend, war nach einem ersten Test das iPad bereits mit Prototyp I deutlich lauter. Lediglich das Design gefiel Freeman noch nicht.

Entwicklungsstufe 3: Prototyp II und Designoptimierung

Mit der Motivation, nicht einfach einen iPad-Verstärker, sondern einen stylischen iPad-Verstärker zu entwickeln, nahm sich Feeman noch einmal die CAD-Datei zur Hand (das digitale 3D-Modell). Er entfernte einige Ecken und formte sie zu schönen Kurven. Er entfernte überflüssiges Material um das Objekt „schlanker aussehen zu lassen und den 3D-Druck zu beschleunigen“.

iPad Verstärker aus 3D-Drucker Prototypen
iPad-Verstärker aus dem 3D-Drucker. Von Prototyp II (pink) zu Prototyp III (gelb) wurden Produktverbesserungen im Klang und Design des iPad-Versärkers vorgenommen (Bild © // 3dprintingindustry.com).

Nach weiteren 45 Minuten war Prototyp II fertig. Schlanker, eleganter und schneller in der Produktion. Nur der Klang der iPad-Verstärkers war nun katastrophal. Freeman entfernte eine wichtige Komponente, die den Klang nach vorne transportierte. Ein weiterer Prototyp muss her.

Entwicklungsstufe 4: Prototyp III und Fertigstellung des Produkts

Prototyp III des iPad-Verstärkers der Marke ‚Eigenbau‘ war schnell erstellt. Die „Problemzonen“ wurden zur Klangoptimierung entfernt. Die Dimensionen des Produkts im Gesamten noch ein Stück weiter optimiert. Noch einige Ecken wurden rund. Apple-Fans lieben runde Ecken. Nach weiteren 45 Minuten im 3D-Drucker hielt Freeman seinen selbstgebauten, voll-funktionsfähigen iPad-Verstärker in der Hand.

Der iPad-Verstärker von Freeman ist übrigens nicht das erste Objekt für Musikliebhaber aus einem 3D-Drucker. Forscher der New Yorker Cornell Universität produzierten erst kürzlich in einem etwas umfangreicheren Produktentwicklungsprozess funktionsfähige Lautsprecher mit einem 3D-Drucker.

Diskussion und kritische Auseinandersetzung zum Thema

Wir von 3D-grenzenlos.de möchten diesen Artikel einmal dazu nutzen die Frage aufzuwerfen, wie sich in Euren Augen die Produktentwicklung, einmal ausgehend vom Einzug der 3D-Drucker in die heimischen Wohnzimmer, zukünftig verändern könnte? Welche Gefahren gibt es für Unternehmen wie Apple?

Oder sind die neuen technischen Möglichkeiten als Chancen für Verbraucher zu verstehen, das Unternehmen ihre Preispolitik überdenken? Wer könnte zukünftig am meisten von dem Preisfall der 3D-Drucker profitieren? Startups? Kreative, Designer und Künstler? Der Heimanwender? Oder auch Großunternehmen wie Apple?

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