Kenianische 3D-Druckunternehmen wie Ultra Red Technologies stellen mit ihren 3D-Druckern Halterungen für Gesichtsschutzschilde her, um möglichen Engpässen bei einer schweren Welle der Coronavirus-Pandemie entgegenzuwirken. Mit 3D-Druck entwickelte und hergestellte Beatmungsadapter wurden ebenfalls getestet und an afrikanische, medizinische Einrichtungen verteilt. Wir stellen die gemeinnützigen Arbeiten von Kenias 3D-Druck-Branche und anderer afrikanischer Staaten einmal genauer vor.

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3D-Druckunternehmen unterstützen Kenia mit additiv hergestellter persönlicher Schutzausrüstung und Teilen für medizinische Geräte, um einem möglichen Mangel an Ausrüstung in Krankenhäusern vorzubeugen.
Ultra Red Technologies stellt laut einem Artikel auf ihrer Website Kunststoff-Gesichtsschutzschilde her, um die Zeit zu überbrücken, bis Kunststoffhersteller eine Form erstellen und die Schilde zu erschwinglichen Preisen produzieren. Schutzschilde sind in Europa bei vielen Unternehmen ein Thema. Zuletzt haben wir über Volkswagen berichtet, die in allen ihnen zur Verfügung stehenden Werken alles daran setzen, persönliche Schutzausrüstung und mehr zu drucken.

3D-gedruckter Beatmungsadapter

Ein 3D-gedruckter Prototyp für einen Beatmungsadapter von Ultra Red Technologies soll es Ärzten ermöglichen, zwei bis vier Patienten gleichzeitig zu behandeln. Gemeinsam mit dem etablierten Händler für medizinische Geräte, Nairobi X-Ray Supplies, werden Tests mit künstlichen Lungen durchgeführt.

„Wir haben die größte 3D-Druckkapazität des Landes und können schnell Prototypen erstellen“, sagte Mehul Shah, Gründer und CEO von Ultra Red. „Die Art und Weise, wie wir mithelfen wollten, war zu sehen, was wir schnell tun können in Bezug auf fehlende Produktion.“

Mann mit Gesichtsschutzschild
Ultra Red Technologies möchte mit 3D-gedruckten Gesichtsschutzschilden mögliche Engpässe in der Versorgung mit PSA überbrücken (Bild © Screenshot YouTube Video „3D Printed Face Shields in Kenya“).

3D-Druck von medizinischen High-End-Geräten ist in Afrika sehr gefragt. Das Rehabilitationskrankenhaus Comprehensive Rehabilitations Service in Uganda arbeitet mit einer Reihe von kanadischen Unternehmen zusammen, um 3D-gedruckte Prothesen für Amputierte zu testen. Statt Abdrücke mit Gips anzufertigen, scannen und modellieren sie die Gliedmaßen digital. Das Ergebnis wird dann zur Produktion geschickt. Das spart 75% der Produktionszeit und liefert noch dazu bessere Ergebnisse.

Eigene Vorschriften und Qualitätsprüfungen sollen helfen

3D-Druck der Halterung
Mehrere Halterungen für die Gesichtsschutzschilde werden gleichzeitig gedruckt und danach mit Kunststofffolie versehen (Bild © Screenshot YouTube Video „3D Printed Face Shields in Kenya“).

Kenia ist führend, was die digitale Technologie angeht, doch ist die aufstrebende 3D-Druckindustrie verglichen mit anderen afrikanischen Ländern klein. Wenn die Zahl der Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus zunehmen, dann kann es schnell passieren, dass das kenianische Gesundheitssystem überfordert ist. Es mangelt an Ausrüstung und medizinischem Personal. Der 3D-Druck ist hier eine gute Lösung, um vorübergehende Lücken zu schließen. Noch ist die Zahl der bestätigten COVID-19-Fälle in Kenia überschaubar.

Damit sich der 3D-Druck zu einer vollwertigen Branche in Kenia entwickelt, muss das Land Vorschriften und Qualitätsprüfungen entwickeln und ein Ökosystem von Startups, Innovationszentren und Partnerschaften. Eine Dissertation, über die wir Anfang Januar 2020 berichtet haben, zeigt Möglichkeiten lokaler Produktion mit 3D-Druck (LM3D) in ärmeren Regionen der Welt auf. 2014 haben wir mit 3D Life Prints eine Initiative aus Kenia vorgestellt, die auf den 3D-Druck für die Prothetik setzt.

Video: Wie sich Kenia mit Gesichtsschutzschilde aus dem 3D-Drucker gegen COVID-19 schützt

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