Hindernisse überwinden:

Selbst balancierender Scooter aus dem 3D-Drucker ist das Ergebnis „additiv denkender“ Studenten der Hochschule Ravensburg-Weingarten

 10. November 2017  Remziye Korner  

Studenten der Hochschule Ravensburg-Weingarten haben einen einzigartigen 3D-Scooter entwickelt. Ähnlich dem Segway und den Hoverboards balanciert dieser Scooter selbst. Seine Bauteile wurden mit einem Stratasys Fortus 900mc 3D-Drucker hergestellt.

Hochschule Ravensburg-Weingarten LogoStudenten der Hochschule Ravensburg-Weingarten haben einen einzigartigen 3D-Scooter entwickelt, der selbst balanciert. Stratasys, deren 3D-Drucker Fortus 900mc für die größeren Komponenten verwendet wurde, hat das Projekt unterstützt.

Touristen touren heutzutage gerne mit Segways durch die Stadt. Weniger albern, aber ebenso futuristisch sehen die Hoverboards aus, die jedoch nichts mit Marty McFlys Board aus „Zurück in die Zukunft“ zu tun haben. Diese Hoverboards sind Segways ohne Griffe, zweirädrige Plattformen, die Gyroskope verwenden, um sich aufrecht zu halten. In einem Projekt der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten in Deutschland beschäftigen sich Studenten nun mit dieser gyroskopischen Transporttechnologie. Und mit der 3D-Drucktechnologie erweckten sie das Ergebnis zum Leben.

Bauteil des Scooters
Bauteil des Scooters der Hochschule Ravensburg-Weingarten (Bild © Stratasys/Businesswire).

Das Projekt „Digital Product Life Cycle“ ist Teil eines kooperativen staatlichen Hochschulprojekts, das von Unternehmen wie Porsche und Siemens unterstützt wird. Es soll einen vollständig integrierten, automatisierten digitalen Entwicklungsprozess für die Produktion von kundenspezifischen Produkten etablieren. Ziel des Projekt ist es, dass die Studenten verschiedene Technologien und Prozesse erforschen. Stoßen sie an Grenzen, gilt es, diese zu überwinden, um ein einzigartiges Projekt zu produzieren. Die additive Fertigung war in jeder Phase dieses Projekts äußerst hilfreich, wenn nicht sogar entscheidend.

„Die Herstellung der wesentlichen Bauteile des Prototypen für den selbst balancierenden Scooter war ein echter Stolperstein, bis wir den 3D-Druck entdeckten“, sagt Markus Till, Leiter des Maschinenbaus an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. „Mit dem 3D-Druck haben wir die bestmögliche Fertigungslösung gefunden.“

Scooter der FH Ravensburg-Weingarten
Der Scooter der Hochschule Ravensburg-Weingarten (Bild © Stratasys/Businesswire).

Während sich Till im allgemeinem Sinne auf das „3D-Drucken“ bezieht, wurden unterschiedliche Formen der additiven Fertigungstechnologie verwendet, um unterschiedliche Teile des Fahrzeugs herzustellen. Die Rahmen- und Plattformteile des Scooters zum Beispiel wurden mit dem großformatigen Fortus 900mc 3D-Drucker von Stratasys in Nylon6-Material 3D-gedruckt. So konnten die größeren Teile in einem Stück 3D-gedruckt werden.

Als nächstes wurde ein Gummiüberzug mit dem Agilus30 Material auf dem Stratasys Connex 3D-Vollfarbdrucker gedruckt, damit der Fahrer genug Halt unter den Füßen hat. Beide 3D-Druckverfahren halfen den Studenten, verschiedene Hindernisse zu überwinden, die mit traditionellen Herstellungstechniken einhergehen.

„Die traditionellste Herstellungsmethode wie Fräsen oder Formen ist die größte Herausforderung bei der Entwicklung des Aufbaus des Scooters, in dem mehrere Teile vom Motor bis zur Elektrik untergebracht sind“, sagte Till. „Erstens ist die Struktur des Teils für subtraktive Verfahren zu komplex, während die Bearbeitungszeiten zu zeitintensiv sind, um den Produktionsplan zu erfüllen.“

Sehr komplexes Rahmendesign des 3D-Scooters (Bild © Stratasys/Businesswire).

So mussten die Studenten sich etwas Neues überlegen, um die einzelnen Teile zu konstruieren und zusammenzufügen. „Unsere Schüler begannen regelrecht, „additiv zu denken, indem sie die Möglichkeiten des 3D-Drucks nutzten. So hatten sie viel mehr Freiheiten in der Anpassung“, fügte Till hinzu und schätzte, dass die Schüler einen Arbeit von drei Wochen in vier Tagen durch hatten.

Das Projektergebnis ist nicht nur ein neues Spielzeug für die Hochschule Ravensburg-Weingarten, der Scooter macht sich auch gut im Curriculum der Universität. Da die Studenten so begeistert waren von den ihnen zur Verfügung stehenden additiven Fertigungstechnik, versucht die Fachhochschule jetzt, den 3D-Druck in zukünftige Projekte zu integrieren, möglicherweise wieder mit Unterstützung von Stratasys.

Stratasys ‚EMEA-Präsident Andy Middleton meint dazu, dass die nächste Generation Ingenieure die richtige Ausbildung erhält, sodass sie auf die Anforderungen des Ingenieurwesens in der Industrie vorbereitet sind. Es ist wichtig, die Studenten mit den notwendigen Fähigkeiten und Werkzeugen auszustatten, damit sie für Jobs im Ingenieurswesen und in der Produktion bereit sind. Techniker aus Erkelenz gingen noch einen Schritt weiter und bauten sich ihren 3D-Drucker selbst.

Auf der vom 14. bis 17. November 2017 in Frankfurt am Main stattfindenden formnext 2017 wird Stratasys den 3D-Scooter am Stand F40 in der Halle 3.1 präsentieren. Auch wir werden über diese Messe in zahlreichen Beiträgen berichten. Deshalb empfehlen wir Ihnen, unseren Newsletter zu abonnieren.

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