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Nach schwerem Unfall: Mann erhält neues Gesicht dank 3D-Druck

Nach einem Motorradunfall und folglich einer Reihe komplizierter Operationen, konnte Stephen Power’s Gesicht größtenteils wiederhergestellt werden. Lediglich die linke Gesichtshälfte, um das linke Auge, blieb zerstört. Chirurgen einer walisischen Universitätsklinik ist es jetzt gelungen mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie auch diesen Teil des Gesichts wieder zu restaurieren.

Gesicht Prothese 3D-Drucker Beispiel Stephan Power

Stephan Power erhielt ein neues Gesicht: Dank der 3D-Drucktechnologie wurde zunächst sein Schädel in 3D gescannt. Anschließend wurden Prothesen-Modelle mit einem 3D-Drucker erstellt, welche die Grundlage für die Titan-Implantate darstellten. Das vollständige Ergebnis der Behandlung ist in einigen Monaten erst zu erwarten (Bild © wales.nhs.uk).

Die Liste der Verletzungen Stephan Power’s nach seinem schweren Motorradunfall im Jahr 2012 liest sich wie das Glossar der Unfallchirurgie. Zwei gebrochene Arme. ein zertrümmertes Bein. Schädelbruch. Gebrochene Wangenknochen, Augenhölen und Oberkiefer. Ein Wunder das Power diesen schweren Motorradunfall überhaupt überlebt hat.

Das – und das er heute kaum noch sichtbare Schäden von dem Unfall davon getragen hat – ist den damaligen Unfallchirurgen zu verdanken, die ihm in einer Vielzahl von Operationen den Weg zurück in eine normales Leben nach dem Unfall ermöglichten. In unzählig vielen Notoperationen, vor allem an seinem Gesicht, konnten die Chirurgen sein Gesicht nach dem Unfall fast vollständig wiederherstellen. Mit Ausnahme der linken Wange und Augenhöhle.

„Wir wollten mit einer weiteren Operation nicht sein linkes Augenlicht riskieren. Das war ein guter Schritt. Das Augenlicht ist wichtiger als das optischer Erscheinungsbild.“ (Dr. Adrian Zucker)

Kieferchirurg Dr. Adrian Zucker sagt rückblickend: „Mit all seinen Gesichtsverletzungen konnten wir mit Ausnahme von linker Wange und Augenhöhle viele seiner Gesichtsteile wieder herstellen. Die Gesichtsfrakturen um sein linkes Auge waren aber sehr schwerwiegend. Wir wollten mit einer weiteren Operation nicht sein linkes Augenlicht riskieren. Das war ein guter Schritt. Das Augenlicht ist wichtiger als das optischer Erscheinungsbild. Wir haben es daher nicht versucht die dünnen Knochen um seine Augenhöhle zu restaurieren.“, wir Zucker auf der Website des behandelnden Krankenhauses zitiert.

Sein Auge senkte sich ab

Das Ergebnis war, dass seine Wangenknochen zu weit außen standen und sein Auge sich somit absenkte. Stephan Power blieb in Behandlung. Das Fortschreiten der Entwicklungen und Möglichkeiten der 3D-Drucktechnologie in der Medizin ermöglichte es Power und den behandelnden Ärzten sich dem Thema Gesichtsrekonstruktion noch einmal anzunehmen. Das behandelnde Klinikum Abertaw Bro Morgannwg University startete eigens dafür ein gemeinsames Projekt mit dem Zentrum für angewandte Technologien in der Wiederherstellungschirurgie (CARTIS).

Gesichtsprothesen aus dem 3D-Drucker

Die Gesichtsprothesen aus dem 3D-Drucker dienen als Modell zur Fertigung des für den Patienten maßgeschneiderten Titan-Implantats (Bild © wales.nhs.uk).

Zunächst scannten die behandelnden Ärzte und Wissenschaftler Stephens Gesicht und erstellten digitale 3D-Bilder. Mit Hilfe geeigneter 3D-Software erstellten die Experten anschließend ein 3D-Modell der benötigten Gesichtsprothese. Zum Schluss der Vorbereitungen kam der 3D-Drucker zum Einsatz und druckte verschiedene Kunststoffmodell des Wangenknochens von Stephan Power.

Die verschiedene 3D-gedruckten Knochenmodelle wurden nun am modellierten Schädel des Patienten passgenau platziert. Das aus Sicht der Mediziner und Wissenschaftler geeignetste Modell wurde anschließend als medizinisches Titan-Implantat angefertigt und in einer weiteren Operation für Power im Gesicht verpflanzt.

„Zum Glück nur 9 von 10 Punkten“

Nach Abschwellen seines Gesichts zeigt sich allmählich das Ergebnis des bisher für die Ärzte und das Krankenhaus einmaligen Eingriffs. Zwar ist Power’s Auge noch ein wenig erhöht, die Ärzte gehen aber davon aus, dass sich das in den nächsten Monaten noch begleichen wird. Die konstruierten Wangenknochen sind in guter Position und von großer Bedeutung für die korrekte Position der Augen im Gesicht. Daher wird sich das optimale Ergebnis noch einstellen.

Mit dem Ergebnis seines neuen Gesichts aus dem 3D-Drucker ist auch Stephan Power sehr zufrieden. In einer anschließend Qualitätsbewertung vergab er 9 von 10 möglichen Punkten. „Er hat uns neun von zehn Punkten angegeben – eine gute Bewertung und ich stimme ihm dabei zu. Ich bin froh, dass er uns nicht mehr gegeben hat, weil hätte er uns zehn gegeben, dann würden wir keine Möglichkeit mehr haben uns zu verbessern.“, zeigte sich Zucker ehrgeizig.

Das Klinikum plant jetzt mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie noch vielen weiteren Patienten zu helfen. Ziel ist es zwar nicht in Tagen – aber vielleicht in einigen Monaten routinemäßig den 3D-Druck zur Gesichtsrekonstruktion für Patienten einzusetzen. Jetzt gilt es als erstes die Erfahrungen auszuwerten und anschließend auszubauen. Mit steigender Erfahrung sinken auch die Kosten für die Behandlung und bieten betroffenen Patienten eine neue Chance zurück in das Leben vor dem Tag der das Gesicht zerstörte.

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