Der 3D-Druckerhersteller Stratasys und der britische Fahrzeugbetreiber Angel Trains (ROSCO), das Ingenieurbüro DB ESG und die britische Eisenbahngesellschaft Chiltern Railways arbeiten gemeinsam an 3D-gedruckten Teilen für den Zugverkehr. Dies soll dabei helfen, ältere Teile für die es keinen Ersatz gibt, kostengünstig und schnell zu ersetzen. Bisher konnten Zeiteinsparungen von über 50% erreicht werden.

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Der 3D-Druckerhersteller Stratasys und der britische Fahrzeugbetreiber Angel Trains, das Ingenieurbüro DB ESG und Chiltern Railways arbeiten gemeinsam an Bauteilen für Personenzüge aus dem 3D-Drucker. Berichten zufolge konnten jetzt weitere Teile erfolgreich getestet und in Zügen in Großbritannien verbaut werden. Es handelt sich dabei um vier Armlehnen und sieben Haltegriffe.

Getestet wurden diese in Zügen von Chiltern Railways. Der Vorteil der schnelleren Beschaffung von Ersatzteilen stand im Vordergrund bei der Entscheidung, die bisher in konventionelle gefertigten Verfahren hergestellten Teile durch das additive Fertigungsverfahren zu ersetzen. Die niederländische Bahn setzt bei Ersatzteilen ebenfalls auf 3D-Druck.

Mehr Komfort, weniger Kosten

Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen begann im Dezember 2018 mit dem Ziel, Ersatzteile für Züge im 3D-Druckverfahren zu entwickeln. Der 3D-Druck soll dabei helfen, veraltete Teile ohne große Schwierigkeiten mit 3D-gedruckten Teilen auszutauschen, da es oft keine Ersatzteile gibt oder diese nur schwer zu erhalten sind. Die Beschaffung der Ersatzteile auf den üblichen Wegen kann teuer und zeitaufwendig sein.

Momentan würde es vier Monate dauern, Armlehnen für Chiltern Railways mit der herkömmlichen Fertigungsmethode zu erhalten. Durch den FDM 3D-Druck von Stratasys gibt es neue Armlehnen bereits in vier Wochen. Dadurch sind Zeiteinsparungen von bis zu 50 Prozent pro Teil möglich.

Deutliche Zeitersparnis

Auch die Nachlieferung von Haltegriffen ist schwierig, da der eigentliche Lieferant nicht mehr tätig ist. Würde Angel Train die Teile selbst herstellen, gäbe es Kosten in Höhe von 15.000 GBP (rund 17.000 Euro). Es wäre außerdem ein neues Fertigungswerkzeug nötig. Die Vorlaufszeit für die Produktion eines Haltegriffs würde zweieinhalb Monate dauern. Alle sieben Haltegriffe gab es mit dem 3D-Druck und deutlich geringeren Kosten in nur drei Wochen.

Die DB ESG überprüfte die 3D-Druckmaterialien auf die Industriequalität und war dafür verantwortlich, dass diese der britischen Eisenbahnnorm EN45545-2 entsprechen. Die Teile wurden mit dem Stratasys Fortus 450mc 3D-Drucker in ULTEM 9085- Harz 3D-gedruckt.

Stratasys, DB ESG und Angel Trains planen nächste Tests mit der Great Western Railway. Sie arbeiten außerdem an einem maßgeschneiderten Interieur für einen besseren Personenverkehr. Es wurden 3D-gedruckte Tische an Rückenlehnen getestet mit wichtigen Informationen in Blindenschrift wie zum Beispiel den Standort der Toilette.

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