3D-Druck macht Schule:

Maria-Ward-Realschule in Wallerstein setzt 3D-Druck im Wahlfach Technisches Zeichnen ein

Seit kurzem verfügt die Maria-Ward-Realschule in Wallerstein über einen Ultimaker 3D-Drucker, den die Schüler im Wahlfach Technisches Zeichnen nutzen können. Wie die Schüler von dem Gerät profitieren, lesen Sie in diesem Beitrag.

Die Maria-Ward-Realschule in Wallerstein bei Augsburg verfügt seit Kurzem über einen 3D-Drucker, der im Wahlfach Technisches Zeichnen eingesetzt wird, wovon die Schüler im Unterricht profitieren. Der 3D-Drucker steht im Computerraum und mache Lehrer Johannes Maurer zufolge abstrakte Formen greifbar. Gedruckt wurde zum Beispiel bereits ein kleines graues Plastikschiff, welches von dem Drucker fast geräuschlos schichtweise aufgebaut wurde, und wie bei vielen anderen Makern der korrekten Justierung des Gerätes diente.

Übergabe des Ultimaker 3D-Druckers.
Die Verantwortlichen bei der Übergabe des Ultimaker 3D-Druckers an die Maria-Ward-Realschule Wallerstein (Bild © Denis Dworatschek).

Johannes Maurer kam zusammen mit Martin Grau, der beim Unternehmen Ohnhäuser beschäftigt ist, im Rahmen eines Gesprächs bei der Kirchweih auf die Idee, einen 3D-Drucker für die Schule zu erwerben. Kurzentschlossen wurde bei der Firma nachgefragt, ob sie die Schule eventuell unterstützen wolle. Von der Geschäftsführerin Simone Ohnhäuser-Kunzmann und ihrem Vater Gustav Ohnhäuser erhielt Maurer sofort eine Zusage. Mit ihrer Treuhandstiftung, die zur VR-Bürgerstiftung Ries zählt, wurde der Kauf des 2.000 Euro teuren Ultimaker 3D-Druckers finanziert. Diese Technologie werde Gustav Ohnhäuser zufolge in den nächsten Jahren immer wichtiger. Die Grundschule „An der Wachsenburg“ in Holzhausen erhielt vom Solardorf Kettmannshausen im September einen 3D-Drucker, der im Unterricht eingesetzt wird.

Der Druckkopf des 3D-Druckers wird auf 210 Grad Celsius erhitzt, wodurch das Filament schmilzt und das gewünschte Objekt wie beispielsweise ein Modellschiff schichtweise gefertigt werden kann. Wie Martin Grau erklärte, dauert der Druck umso länger, je größer und detailreicher der zu fertigende Gegenstand sein soll. Die Fertigung des Plastikschiffs von 5 cm mal 5 cm Größe beanspruchte 1,5 Stunden und für die Handyhülle eines Smartphones benötigt der 3D-Drucker einen halben Arbeitstag. Das Team „SkaBe“ der Luise-Henriette-Oberschule in Berlin erreichte beim Schülerwettbewerb business@school mit einer Skateboard-Halterung aus dem 3D-Drucker für ein Fahrrad den ersten Platz. Dies zeigt, was alles mit dem 3D-Druck realisiert werden kann.

Schülerin entwirft Schachtel in Herzform für 3D-Druck.
Die Wallersteiner Schülerin Sabrina entwarf am PC eine Schachtel in Herzform, die später gedruckt werden konnte (Bild © Denis Dworatschek).

Mit einem einfachen CAD-Programm werden von den Schülern in Wallerstein die Objekte am Computer entworfen. Die 15-jährige Sabrina erstellte innerhalb von 15 Minuten eine rote Schachtel in Herzform mit Deckel. Von ein paar Jungs wurde in nur 20 Minuten ein Herrenhaus inklusive Innenhof entworfen. Wie Juri, ein angehender Produktdesigner, berichtet, könne man endlich das, was man am Rechner schafft, auch anfassen. Er beginnt im nächsten Jahr seine Produktdesigner-Ausbildung.

Von dem 3D-Drucker zeigt sich Max Geiger, der Schulleiter an der Maria-Ward-Realschule Wallerstein des Schulwerks der Diözese Augsburg ist, völlig fasziniert. Das Gerät hat die Form eines Würfels mit Abmessungen eines normalen Laserdruckers. An dem Wahlfach beteiligen sich rund 40 Schüler aus zwei Jahrgängen. Der Kurs findet wegen der Vielzahl der Schüler nur alle zwei Wochen für jeweils zwei Stunden statt. Der Computerraum ist nur ein Zwischenstandort für den Drucker. Er soll einen Extra-Raum mit Lüftung erhalten und sollte es Probleme mit dem 3D-Drucker geben, sei Martin Grau von der Firma Ohnhäuser zur Stelle. Der 23-jähriger ist gelernter Industriemechaniker und absolvierte später eine Ausbildung zum Techniker.

Ultimaker beim 3D-Druck des Plastikschiffes.
Auch an der Wallersteiner Realschule druckte man zuerst das 5 x 5 cm große Boot (Bild © Denis Dworatschek).

Die gedruckten Formen sollen in Zukunft an Komplexität gewinnen. In den ersten Stunden wurden nur Schlüsselanhänger entworfen. Laut Maurer fehlen noch Farben, bisher haben man nur Grau im Angebot. Die künftigen 3D-Objekte sollen farbig werden. Am Ende des Schuljahres erhalten die Teenager nach bestandener Prüfung eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an dem Wahlfach, die sie ihren Bewerbungen beilegen können.

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