Pilotprojekt:

Volkswagen spart durch Nutzung von Desktop-FDM-3D-Druckern 160 Tsd. Dollar an Werkzeugkosten

Bereits seit dem Jahr 2014 nutzt die Volkswagen Autoeuropa Factory in Portugal handelsübliche Desktop-3D-Drucker, mit denen Sie Werkzeugteile für den Fließbandeinsetz herstellt. Jetzt gab das Unternehmen bekannt, in dieser Fabrik durch den 3D-Druck insgesamt 160 Tsd. Dollar jährlich einzusparen.

Volkswagen hat die Vorteile des 3D-Drucks erkannt und nutzt diese Technologie mittlerweile an einigen Produktionsstandorten. Allein in der Autoeuropa Fabrik in Portugal konnte das Unternehmen 2016 durch diese Technologie 160 Tsd. US-Dollar einsparen. So wurden die Produktionskosten um bis zu 90 Prozent reduziert, für die Werkzeugentwicklung wurde nur noch 5 Prozent der bisher benötigten Zeit eingesetzt.

Besonders bemerkenswert ist, dass Volkswagen in diesem Fall keine 3D-Drucker nutzte, die 100.000 Dollar oder mehr kosten, sondern Desktop-3D-Drucker von Ultimaker. In diesem Jahr geht VW davon aus, allein in der portugiesischen Fabrik mehr als 200.000 Dollar einzusparen, berichtet Ultimaker. Ziel ist es, die Kosten jährlich um eine Million Dollar zu reduzieren.

Volkswagen nutzt Ultimaker 3D-Drucker
Einsatz der Ultimaker 3D-Drucker bei Volkswagen. (Bild: © ultimaker.com)

Sieben Ultimaker 3D-Drucker im Einsatz

Bei der Volkswagen Autoeuropa Pilotanlage werden derzeit sieben Ultimaker 3 und Ultimaker 2+ eingesetzt. In einem Jahr soll die Anlage, an der 4.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, etwa 100.000 Autos herstellen, darunter Fahrzeug-Weiterentwicklungen und neue Modelle des VW Scirocco sowie der Sharan-Baureihen.

Fensterhalterung
Die Fensterhalterung würde normalerweise 180 Euro kosten. Das 3D-gedruckte Modell schlägt mit 35 Euro zu Buche. (Bild: © Ultimaker)

Im Jahr 2016 wurden mit den 3D-Druckern insgesamt 1.000 Werkzeugteile gefertigt und somit die Anfangsinvestitionen bereits in zwei Monaten wieder hereingeholt.

Als Beispiel für eine mittels 3D-Druck hergestellte Komponente soll hier das Heckklappen-Abzeichnungswerkzeug dienen. Dieses wird benötigt, um den Modellnamen des Fahrzeuges genau aufzutragen. Würde dieses Werkzeug von einem externen Lieferanten hergestellt, müsste VW dafür etwa 445 US-Dollar zahlen. Durch den 3D-Druck des Teils liegen die Kosten gerade einmal bei 11 US-Dollar. Zugleich fällt auch die Vorlaufzeit um 89 Prozent niedriger aus. Bei einer Herstellung durch den Lieferanten liegt sie bei 35 Tagen, beim eigenen 3D-Druck vor Ort bei 4 Tagen.

Heckklappen Aufbringungswerkzeug
Das für die Anbringung der Fahrzeugbezeichnung notwendige Heckklappen „Aufbringungswerkzeug“. (Bild: © Ultimaker)

Des Weiteren lassen sich zerbrechliche Teile des Werkzeugs vor Ort schneller austauschen. Bislang mussten diese in den Schrott gegeben werden.

Durch den Einsatz des 3D-Drucks hat VW ein Politprojekt gestartet, mit dem verkaufsfähige Ersatzteile produziert werden können. Zugleich soll die Technologie auch bei der Fertigung kundenspezifischer GTI-Modelle Einzug halten.

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