Das Naturhistorische Museum in Wien hat seit 2019 eine Dauerleihgabe eines Plateosaurier-Dinosaurier-Skeletts im Hause. Dieser wird aufwendig freigelegt und die fehlenden Teile werden mit 3D-Druck nachgebaut. Bis Jahresende will das Museum die Druckarbeit von 2000 Stunden geschafft haben und den Dinosaurier ausstellen können. Es wird erwartet, dass er eine große Attraktion werden wird.

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Das Naturhistorische Museum in Wien erfreut sich seit 2019 über die Dauerleihgabe der Überreste eines rund sechs Meter großen und 210 Millionen Jahre alten Vertreters der Plateosauriers, wie der österreichische Rundfunk ORF berichtet. Das Exemplar wurde 2015 gehoben und wird seitdem in Kleinstarbeit vom umgebenden Sediment befreit.

Details zum Skelett

Das Skelett ist unvollständig, da früher viele Plateosaurier im Sand und Schlamm stecken blieben, wo sie versanken und starben. Der Kopf blieb meist noch draußen und fiel oft Fleischfressern zum Opfer. Daher fehlt der Kopf auch in diesem Beispiel. Das Skelett des Plateosaurus ist zu 80% erhalten. Der Rest muss nachgebildet werden. Es fehlen Arme, Teile, einige Wirbel und der Kopf.

Die Wiener Firma 2Print hilft bei der Rekonstruktion. 3D-Strukturlichtscans vorhandener Knochen werden gespiegelt und dann Schicht für Schicht hochpräzise im 3D-Druckverfahren angefertigt.
Oliver Kreich von 2Print erklärt, dass sie mit Kunststoff arbeiten, da hier sehr dünne Schichten reichen, um leichte Objekte aufbauen zu können. Die neuen Teile werden passend bemalt, sollen aber als Nachahmung erkennbar sein. Der 3D-Druck wird auch gerne eingesetzt, wenn Knochen von einem Fundort weltweit verfügbar gemacht werden sollen, wie bei den Forschern der Virginia Tech.

Knochen am NHM in Wien
Der zu 80% erhaltene Plateosaurus wurde in einer Pressekonferenz vorgestellt (Bild © NHM Wien).

Der 3D-Druck der fehlenden Teile

Beim Kopf arbeiten die Wissenschaftler mit Photogrammetrie. Ein Fachmann aus Stuttgart fertigt den fehlenden Kopf als Gipsmodell an. Die zerdrückten Teile des Skeletts können durch die digitale Rekonstruktion entzerrt werden. Der Saurierschädel setzt sich aus 1000 Einzelaufnahmen zusammen. Bis alle Teile gedruckt sind, werden 2000 Stunden vergehen.

Bis zum Jahresende will das Museum das Skelett in Saal 8 des Hauses ausstellen können. Es muss noch jeder Knochen einzeln angebracht werden, was laut den Museumsmitarbeitern eine aufwendige Arbeit sei. NHM Generaldirektor Christian Köberl sieht im Dinosaurier und dessen 3D-Rekonstruktion für Besucher eine große Attraktion. Eine Attraktion war auch die originalgetreue Replik eines Triceratops Dinosauriers aus dem 3D-Drucker, der in Paris am Gare-d´Austerlitz-Bahnhof die Besucher auf die Ausstellung im Pariser Museum National d´Historie hinwies. Mehr zum Thema bietet unsere Themenseite „3D-Drucker in der Paläontologie„.

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