1860 fanden Belgier in der Provinz Antwerpen das Skelett eines Mammuts. Jetzt, knapp 150 Jahre später, soll dies mit Hilfe von einem SLA-3D-Drucker rekonstruiert werden. Das Projekt ist das derzeit weltweit größte SLA-3D-Druck-Projekt. Unterstützung findet das Brüsseler Museum vom belgischen 3D-Druck-Spezialisten Materialise.

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1860 wurde in Belgien das erste Skelett eines Mammuts in der Provinz Antwerpen gefunden. Gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen Materialise, das vor allem für Softwarelösungen im Bereich des 3D-Drucks bekannt ist, möchte das Museum in Brüssel dieses Mammut jetzt digital rekonstruieren. Für Materialise sei dies ein „aufregendes Projekt“, mit seiner Software bei dem lebensgroßen Mammutskelett am weltweit größten SLA-3D-Druckprojekt teilzunehmen, heißt es in einer Pressemitteilung an das 3D-grenzenlos Magazin. Damals wurde es nahe der Dungelhoeffkazerne in Lier gefunden. Jetzt soll es zu seinen Wurzeln in Lier zurückkehren. Fast 150 Jahre später wird es ab Oktober als 3D-gedruckte Replik wieder dort zu Hause sein.

Schritte der Rekonstruktion

Ansicht von Design des Mammuts am PC Bildschirm
Für Materialise ist es das bisher größte SLA-3D-Druck-Projekt (Bild © Materialise).

Das Mammutskelett besteht aus 320 Knochen, die erstmals gescannt und danach digital rekonstruiert wurden. In enger Zusammenarbeit mit dem Brüsseler Museum wird das gesamte Mammutskelett von Materialise nach der digitalen Visualisierug mit einem 3D-Drucker hergestellt und auf einer internen, quasi unsichtbaren Struktur montiert. Diese Rekonstruktion war für die Ingenieure von Materialise eine große Herausforderung, denn jeder Knochen wurde zuerst gescannt und in enger Kooperation mit Dr. Mieje Germonpré digital rekonstruiert. Dadurch wollte man einen möglichst hohen Grad an anatomischer Genauigkeit erreichen.

Mitarbeiter von Materialise mit Knochen des Mammuts
Das ursprüngliche Skelett wurde 1860 in der Provinz Antwerpen entdeckt (Bild © Materialise).

Dem Presseartikel von Materialise, der auch online vorliegt, zufolge musste jeder Scan außerdem mit der Magics Software von Materialise für den 3D-Drucker vorbereitet werden. Darüber hinaus wurde für das Mammutskelett auch eine ausgeklügelte Innenmontagestruktur aus Karbon entwickelt. Hierbei mussten die Ingenieure während der digitalen Phase darüber nachdenken, wie diese ausgeklügelte Struktur unsichtbar eingebaut werden kann. Bei diesem Vorgang hat sich Materialise die Hilfe seiner Tochterfirma RapidFit geholt, die in der Automobilindustrie tätig ist. Es entstand eine für diese Skelettgröße relativ leichte aber zugleich robuste 300 kg schwere Konstruktion.

Mitarbeiter von Materialise mit einem Knochen
Die Rekonstruktion des Skeletts ist eine Zusammenarbeit von Materialise und dem Brüsseler Museum (Bild © Materialise).

Die Knochen wurden auf neun SLA-3D-Druckern von Materialise gedruckt, die speziell für große Druckerkapazitäten entwickelt wurden. Bei diesen 3D-Druckern betragen die Maße eines Druckerbetts 220 x 70 x 80. Der 3D-Druck des Mammutskeletts wird über einen Monat lang dauern. Dann werden die 3D-gedruckten Knochen fertiggestellt und mit einer Mischung aus unterschiedlichen Texturen, Farben und Lacken bemalt, damit eine optimale Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Skelett erzielt wird.

Insgesamt erweist sich der 3D-Druck auf dem Gebiet der Paläontologie als ein äußerst nützliches Werkzeug, das den Forschern das Studieren von Fossilien sowie die virtuelle Zusammenarbeit mit anderen Kollegen erlaubt, ohne dabei die kostbaren Originale zu beschädigen, wie auch weitere 3D-Druck-Beispiele aus der Paläontologie zeigen. Der Druck des ersten jemals 3D-gedruckten Mammutskelett ist auf jeden Fall eine einzigartige Erfahrung für Materialise. Ebenfalls groß war ein 3D-Druckprojekt in Paris. Dort wurde eine Replik eines Dinosauriers am Gare-d´Austerlitz Bahnhof präsentiert. Um weitere Berichte über interessante 3D-Druckprojekte zu bekommen, können Sie unseren kostenlosen Newsletter hier abonnieren.

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