Die Luxusauto-Tuningfirma Prior-Design aus Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) setzt 3D-Drucker für die Herstellung von Autoteilen ein. Die Umrüstung auf den 3D-Druck wurde vom FabLab der Hochschule Rhein-Waal beratend begleitet, wie Andreas Belzek, der Geschäftsführer des Tuning-Unternehmens, erklärte, heißt es in der „NRZ“.

Die Vorteile, die ein 3D-Drucker bei der Fertigung von Autoteilen bietet, erläuterte Thomas Kropp, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des 3D-Kompetenzzentrums Niederrhein von der Hochschule Rhein-Waal. Er arbeitete zuvor bei den Autoherstellern Audi, BMW und Ford im Accessoires-Bereich. Die 3D-Drucker arbeiten Kropp zufolge auf den hundertsten Millimeter genau, garantieren eine hohe Qualität und Symmetrie.

Besonders bei der Werkzeug-Fertigung für Autoteile, wie zum Beispiel einer Negativ-Form muss alles stimmen, sonst seien Fehler vorprogrammiert. Ein Ziel des FabLabs sei es Netzwerke zu bilden und Unternehmen bei der Einführung neuer Technik beratend zur Seite zu stehen, wie es bei Prior-Design geschah. Im Februar öffnete die Hochschule Rhein-Waal ihr FabLab für Besucher, die über verschiedene Fertigungstechnologien wie den 3D-Druck ausführlich informieren konnten.

Rennwagen von Prior-Design
3D-Druck unterstützt das Tuning-Unternehmen Prior Design aus Kamp-Litfort im Prototyping für die Herstellung individueller Bauteile (Bild © Prior Design).

Das Unternehmen investierte in drei 3D-Drucker und in den nächsten Monaten sollen sieben weitere hinzukommen. Der Stückpreis für einen 3D-Drucker – wie ihn Prior Design verwendet – beläuft sich auf rund 12.000 Euro. Das Gerät ist drei mal einen halben Meter groß. Die Formen und Befestigungen werden in Teilstücken gedruckt und anschließend zusammengesetzt, erklärte der Geschäftsführer von Prior-Design. Wie Prior-Design setzt auch die Firma Arden Automobilbau GmbH aus Krefeld auf den 3D-Druck. Ihr Fokus liegt auf der Fertigung aerodynamischer Autoteile.

Die Autoteile selbst stammen bei Prior Design (noch) nicht aus dem 3D-Drucker, sondern die Prototypen mit deren Unterstützung im Anschluss die Carbon-Teile angefertigt werden. Im Vorfeld kann mit den gedruckten Prototypen geschaut werden, ob sie passgenau sind und der Kunde zufrieden ist, bevor das Teil in die Produktion geht. 3D-Druck als Verbesserung des Kundenservices also. Nicht nur. Vor der Umstellung auf 3D-Druck wurden die Form per Hand aus Ton gefertigt, eine Arbeit die einen hohen Zeitaufwand erforderte und deutlich teurer war. Arbeiten, die vorher drei Monaten benötigten, seien in zwei Wochen erledigt, erläuterte Andreas Belzek in dem Artikel der „NRZ“.

Die Geschwindigkeit spiele eine wichtige Rolle, besonders um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Die Autoteile werden am Computer entworfen und die entsprechende Datei per Speicherkarte an einen 3D-Drucker übermittelt. Die Bedienung sei Belzek zufolge „kinderleicht“ und die Möglichkeiten der 3D-Drucker hätten viele Dinge leichter gemacht.

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