Die neuesten Zahlen von Stratasys sehen gar nicht schlecht aus. Die Umsätze steigen und eine neue Metall-3D-Druckplattform ist in Planung. Der Verkauf des H2000 Großformatdrucksystems ist außerdem am Laufen. Die Verantwortlichen von Stratasys sind zuversichtlich, dass die Prognose für weitere Gewinne gut ist. Sehen das aber alle so? Das sind die Aussagen vom Stratasys-Management für das Jahr 2018.

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Der amerikanische 3D-Drucker-Hersteller Stratasys veröffentlichte letzten Mittwoch die Zahlen zum vierten Quartal 2017. Der Umsatz fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,3 Prozent höher aus und führte zu einem Anstieg des Gewinns pro Aktie von 0,15 auf 0,16 US-Dollar, was umgerechnet 0,12 und 0,13 Euro entspricht. Das Management des Unternehmens berichtete in seiner Telefonkonferenz zum genannten Berichtszeitraum über die gepante Einführung einer Metall-3D-Druckplattform, das Wachstum der 3D-Drucker-Umsätze und weiteren Zukunftsthemen. Im Bereich des 3D-Metalldrucks arbeitet der Hersteller an einem neuen 3D-Drucker-Modell, mit dem kleine Stückzahlen metallischer Teile rentabel gefertigt werden können, wie wir zuletzt im 3D-grenzenlos Magazin berichteten.

Die Erwartungen der Börsianer an der Wall Street an die Stratasys-Aktie sind bezüglich Umsatz und Gewinn übertroffen worden. Bei der Gewinnprognose wurde die New Yorker Börse allerdings enttäuscht, denn die fiel geringer aus, als die Aktienhändler erwarteten. Stratasys kündigte an, die Ausgaben für Initiativen zu steigern, um das langfristige Wachstum zu fördern (im Newsletter halten wie Sie zu weiteren Entwicklung auf dem Laufenden (hier abonnieren)).

Verkäufe der 3D-Drucker und 3D-Druck-Systeme im Einzelnen

Wie CFO Lilach Payorski auf einer Telefonkonferenz ausführlich berichtete, sei der Systemumsatz mit 3D-Druckern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1 % gestiegen. Der Umsatz wurde dank der fortdauernden Nachfrage nach der F123-Modellreihe erhöht, die wir im Februar 2017 hier im 3D-grenzenlos Magazin vorstellten. Die F123-Drucker dienen der Fertigung im Bereich des professionellen Rapid-Prototyping. Beim J700 Dental Solutions 3D-Drucker und dem H2000 Large Part FDM 3D-Produktionssystem konnten ebenfalls erste Verkäufe erzielt werden, was der US-Hersteller als positiv bewertet.

Gegenüber dem Vorjahr gingen die Umsätze im ersten, zweiten und dritten Quartal 2017 allerdings um 11,6 auf 6 Prozent zurück. Allerdings wurden in den letzten zwei Jahren meist über mehrere Quartale hinweg rückläufige Umsätze verzeichnet. Laut CEO Ilan Levin werden die Systemumsätze seiner Prognose zufolge weiter wachsen. Der 3D-Drucker-Verkauf spielt für Stratasys im Geschäftsmodell mit renditestarken Serviceverträgen und Druckermaterialien allerdings auch eine wichtige Rolle für den Unternehmensumsatz und sollte daher immer im Blick behalten werden.

Neue Fertigungsmethode für metallische Kleinserien geplant

Levin kündigte in der Telefonkonferenz außerdem die Entwicklung einer neuen Fertigungsmethode für das Additive Manufacturing an. Das Verfahren soll traditionelle Methoden bezüglich der Fertigung metallischer Kleinserien ersetzen. Kleinserien, die klassisch mit Sandguss, Feinguss und Pulverspritzguss erfolgen, sehen sich wegen hoher Werkzeug-, und Arbeitskosten mit Limitierungen konfrontiert. Der Werkzeughersteller Black+Decker hatte erst kürzlich dazu eine interessante Fallstudie veröffentlicht.

Gestartet werde Stratasys zufolge mit dem 3D-Druck von Aluminium, was eine marktorientierte Entscheidung sei, die nicht mit einer technologischen Einschränkung verbunden ist. Wie Levin weiterhin ausführte, könnten einige der Dinge im Bereich der Kleinserienfertigung in der Automobilherstellung für die Fertigung von Bauteilen für die High-End-Automobilindustrie und Luftfahrtindustrie von Interesse sein.

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Stratasys sieht im Metalldruck großes Potenzial

Zur Zeit beinhaltet das Portfolio von Stratasys keine 3D-Metalldrucker, jedoch werden Dienstleistungen in dem Bereich angeboten. In der 3D-Druckbranche gehört der Metalldruck zum stärksten Wachstumsfeld, von dem das US-Unternehmen wegen dem hohen Potenzial profitieren könnte. Zu den Marktführern gehören hier unter anderem der deutsche Hersteller SLM Solutions aus Lübeck, die erst kürzlich zum „Top Innovator 2018“ ausgezeichnet wurden.

Die Metallplattform von Stratasys befand sich den Unternehmensangaben zufolge zwei Jahre lang in der Entwicklung und ist mit der eigenen Jetting-Technologie ausgestattet. Auf der RAPID + TCT 3D Printing Conference 2018 wird Stratasys weitere Informationen zu der Plattform bekanntgeben. Wann die neue Stratasys Plattform für Metalldruck kommerziell verfügbar und auf den Markt eingeführt wird, darüber gab der Hersteller keine Auskunft, behalten wir aber im Blick und werden bei Neuigkeiten auf 3D-grenzenlos.de wie gewohnt berichten. Im deutschsprachigen Raum launchte Stratasys übrigens erst kürzlich ein neues Online 3D-Druck-Portal, über welches ein Auftrag direkt beim Unternehmen abgegeben werden kann. Das Ganze setzt eine Zusammenarbeit mit regionalen Partnern voraus.

Der H2000 – ein beliebtes Großformatdrucksystem

Stratasys H2000
Der Stratasys H2000, ein Großformat-3D-Drucksystem, das laut Levin wohl noch öfter verkauft wird (Bild © Stratasys).

Im 4. Quartal 2017 wurde Stratasys zufolge eine Version des 3D-Großformatdrucksystems Stratasys H2000 verkauft. Ebenso ein H2000 im 3. Quartal letzten Jahres. Bei Systemen dieser Größe erfolgt die Markteinführung langsamer, argumentiert das Unternehmen die doch auf den ersten Blick sehr geringe Verkaufsmenge. Levin zeigte sich überzeugt davon, weitere Exemplare regelmäßig zu verkaufen. Vor allem Anleger dürften dies gerne als Versprechen verstehen. Bei dem H2000 handelt es sich um einen 3D-Drucker, der große Bauteile aus Kunststoff in hoher technischer Qualität herstellen kann. Boeing und Ford unterstützten Stratasys bei der Entwicklung dieses Systems (lesen Sie hier mehr darüber).

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