Recycling im Weltraum:

Braskem und 3D-Drucker-Hersteller Made in Space entwickeln Technologie für Kunststoff-Recycling auf Internationaler Raumstation ISS

Das brasilianische Unternehmen Braskem sowie der 3D-Drucker-Hersteller Made in Space haben eine Technologie entwickelt, mit der auf der ISS Kunststoffe recycelt und für den 3D-Druck verwendet werden können. Diese möchten wir Ihnen im folgenden Beitrag etwas näher vorstellen.

Die beiden Unternehmen Braskem und Made In Space haben in einer gemeinsamen Forschungsarbeit eine Technologie entwickelt, mit der erstmals in der Raumfahrtgeschichte möglich ist, im Weltraum Kunststoffe in der Schwerelosigkeit zu recyclen. Darüber informierte Braskem jetzt in einer Pressemitteilung. Im Jahr 2018 sollen die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS eine Wiederaufbereitungsanlage für Gegenstände und Verpackungen aus Kunststoff erhalten.

ISS soll Kunststoffrecyclingsanlage erhalten.
Im Jahr 2018 soll eine Kunststoffrecyclingsanlage zur ISS geschickt werden (Bild © braskem.br/europe).

Bei der Initiative handelt es sich um eine Weiterführung des Projekts „Printing the Future“ („Die Zukunft drucken“), einer Partnerschaft der beiden genannten Firmen. Made In Space ist ein US-Unternehmen, welches 3D-Drucker für den Einsatz in der Schwerelosigkeit entwickelt hat und Lieferant der NASA ist. Im August dieses Jahres berichteten wir über den Satelliten Tomsk TPU-120, der nahezu vollständig mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde und mit zwei anderen Satelliten von der ISS aus ins All startete.

Im Jahr 2016 hatte die Partnerschaft den grünen Kunststoff, der aus Ethylen besteht und aus Zuckerrohr gewonnen wird, ins All entsandt. Dieser Kunststoff trägt die Bezeichnung “I’m green”. Astronauten erhielten damit die Möglichkeit, neben Werkzeugen auch Ersatzteile herzustellen. Die Wiederaufbereitungsanlage soll aller Voraussicht nach im kommenden Jahr zur ISS geschickt werden.

Zwei Säcke des Braskem Kunststoffs "I'm green".
Der von Braskem entwickelte Kunststoff „I’m green“ wird hauptsächlich aus Zuckerrohr gewonnen (Bild © braskem.br).

Wie Andrew Rush, der Vorsitzende und CEO von Made In Space erklärte, bestehe ein erhebliches Potenzial für die Kunststoff-Wiederverwertung auf der ISS. Beispielsweise lassen sich Lebensmittelverpackungen zur Herstellung nützlicher Gegenstände wiederverwenden, anstatt im Müll zu landen. Künftig sollen der 3D-Drucker und die Wiederaufbereitungsanlage eine gemeinsame Anlage bilden. Mit der Anlage könne die Autonomie und Nachhaltigkeit langfristiger Raumfahrtmissionen verbessert werden.

Die Maschine setzt sich aus einer Mahl-, und Extrusionsanlage zusammen, mit der ein passendes Filament für den 3D-Drucker gefertigt werden kann. Dieser befindet sich bereits an Bord der Raumstation. Die Wiederverwertungsanlage bietet den Astronauten die Möglichkeit, die Werkzeuge und Teile aus grünem Kunststoff, die vorher auf dem 3D-Drucker gefertigt wurden, für andere Verwendungszwecke wiederzuverwenden.

Es lassen sich den Angaben zufolge auch andere Kunststoffmaterialien, die für keine andere Verwendung geplant sind, wie zum Beispiel Lebensmittelverpackungen wiederverwerten. Braskem wird die Wiederverwertungsanlage für Kunststoffe zur ISS transportieren, was nach Aussage von Patrick Teyssonneyre, Leiter der Abteilung für Innovation und Technologie der Firma, eine weitere große Herausforderung darstelle. Im September berichteten wir über zehn unglaubliche Weltraumprojekte, bei denen 3D-Drucker zum Einsatz kommen sollen.

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