Zinken und Oboen:

Basler fertigt historische Musikinstrumente mit 3D-Drucker

Der Schweizer Ricardo Simians stellt historische Instrumente mit einem 3D-Drucker her. Ziel seiner Arbeit sind Forschungen an den vorrangig Zinken und Oboen, deren Erforschung ohne 3D-Druck für ihn nicht oder nur kaum möglich wären.

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Der Schweizer Ricardo Simians aus Basel hat sich auf die Erforschung von historischen Musikinstrumenten spezialisiert und entwirft die dafür erforderlichen 3D-Modelle mit einem CAD-Programm. Im Anschluss übermittelt er die 3D-Datei an eine niederländische 3D-Druckerei, welche die Musikinstrumente mit einem 3D-Drucker ausdruckt. Die Musikinstrumente stammen aus der Renaissance und dem Barock.

Ricardo Simians erforscht die Musikinstrumente auf Klang und andere Kriterien und hat sich für die Herstellung seiner Forschungsexemplare für den 3D-Druck als Fertigungsverfahren entschieden – vorrangig aus Kostengründen, wie das SRF berichtet. weil diese Technik günstig und genau sei, so sagt er. Die Präzision bei der Herstellung sei seinen Angaben zufolge der entscheidende Vorteil. Lange Zeit wäre die Erforschung „ausgestorbener Instrumente“ schwierig gewesen, da sie oft hinter Vitrinen in Museen liegen würden. Sie können weder angefasst noch dürfe auf ihnen gespielt werden.

Flöten aus dem 3D-Drucker
Zinken und Oboen finden sich vorrangig in der Sammlung von Ricardo Simians (Bild © SRF).

Mit hohen zeitlichen wie handwerklichen Aufwand wurden die Musikinstrumente zur Forschung nachgebaut, was jedoch auch ungenau war. Korrekturen ließen sich nicht mal eben mit ein paar Mausklicks bewerkstelligen, sondern musste bei Null anfangen, erklärte der Musikhistoriker. Er nennt als Beispiel den Zinken, ein Musikinstrument aus dem 17. Jahrhundert. Es sieht aus wie ein Kuhhorn, kombiniert eine Trompete und Flöte in einem Gerät. Der Zink ist sein wichtigstes Forschungsprojekt, von denen er in den vergangenen Jahren 300 Stück gedruckt und weiterentwickelt habe. Der 3D-Drucker kann den Zink auf den Millimeter genau fertigen.

Ein Großteil der gedruckten Musikinstrumente hat er veräußert, um mit den erzielten Einnahmen seine Forschung zu finanzieren. Bislang erhielt er keine finanzielle Unterstützung, auch wenn sich die Förderprogramme der einzelnen Bereiche begeistert zeigten. Er sei jedoch immer weiterverwiesen worden. Ricardo Simian entschied sich daher für eine Idee aus Startup, Innovation, Design und Kunst.

Mehr Beiträge zum 3D-Druck in der Musik: Das Unternehmen Autodesk und Wissenschaftler des Dartmouth College haben mit „Printone“ eine Software entwickelt, mit der Blasinstrumente per 3D-Drucker hergestellt werden können. Die Software ist vor allem für Familien mit Kindern und Schulen gedacht. Im Mai 2016 wurde mit der „Heavy Metal“ die weltweit erste Aluminium-Gitarre aus dem 3D-Drucker von dem schwedischen Künstler Olaf Diegel vorgestellt. Die weltweit erste funktionsfähige Sitar aus dem 3D-Drucker ist vom australischen Unternehmen „3DLI“ entwickelt und im März 2016 präsentiert worden. Eine Violine aus dem 3D-Drucker stammt von der Wissenschaftlerin und Violinistin Kaithly Hova. Regelmäßig neue Beiträge zum 3D-Druck in der Fertigung von Musikinstrumenten erhalten Sie in unserem kostenlosen 3D-Drucker-Newsletter (abonnieren).

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