Ganz im Norden Deutschlands hat der Jungunternehmer Philipp Barluschke mit seinem Unternehmen BarluParts 3D menschliche Unterarmprothesen entwickelt, deren Einzelteile auch aus dem 3D-Drucker kommen.

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Der in Schleswig-Holstein tätige Jungunternehmer Philipp Barluschke hat beeindruckende menschliche Prothesen entwickelt, die in einem Zusammenspiel aus 3D-Druck und Simulation entstanden. Er ist Gründer der Firma BarluParts 3D.

Schäfte sind das Bindeglied zwischen der Prothese und dem menschlichen Körper, weshalb sie von entscheidender Bedeutung sind. In zahlreichen Fällen wird der Schaft an der empfindlichen Amputationsstelle befestigt. Hier trägt der Schaft das Körpergewicht bei Beinprothesen und verteilt sich die Bewegungssensibilität bei Armprothesen. Bislang sind sie Massenware, doch Philipp Barluschke möchte eine Änderung herbeiführen.

3D-gedruckter Unterarmprothesenschaft
Der von BarluParts 3D entwickelte Unterarmprothesenschaft. (Bild: © BarluParts 3D)

Seine Firma hat sich auf die Entwicklung individueller Prothesenschäfte spezialisiert. Er setzt dafür auf eine Kombination aus 3D-Druck, CAD und klassischer Handwerkskunst, die er geschickt miteinander verbindet. Drei Jahre Entwicklungsarbeit investierte er in das Produkt und Anfang 2017 kam es auf den Markt. Über Krankenkassen lassen sich die Prothesen bereits abrechnen. Barluschke lebt seit seiner Geburt ohne Unterarm und kennt daher die Probleme seiner Kunden genau. Bisherige Schäfte bieten nicht den Tragekomfort und sehen optisch unschön aus. Als ausgebildeter CNC-Fräser konnte er die Umsetzung seiner Idee selbst verwirklichen.

Philipp Barluschke mit seiner Unterarmprothese
Philipp Barluschke hat bereits eine Vielzahl von Unterarmprothesen entworfen. Erst mit dieser Variante war er vollkommen zufrieden. (Bild: © BarluParts 3D)

Die individuelle Passform ist wichtig für den richtigen Sitz der Prothese, die auf den Träger abgestimmt sein muss. Die Orthopädiehäuser fertigen einen Gipsabdruck und fertigen daach die Passform für den Kunden. Wie der Jungunternehmer erklärt, lässt sich dieser Prozess nicht einfach automatisieren. Das Gipsmodell wird eingescannt und im Idealfall wird der Kunde selbst noch einmal gescannt, um den Körperbau und hierbei besonders den gesunden Arm und dessen Proportionen sehen zu können. Im Anschluss wird ein virtueller Schaft entworfen, welcher die Konturen, die Adern und Muskeln des gesunden Arms beinhaltet. Zusätzlich muss noch Platz für Akkus und Elektronik vorhanden sein. Auf diese Weise wird ein künstliches Gliedmaß geschaffen, das optimal zum körperlichen Erscheinungsbild des Kunden passt.

Das CAD-Modell wird per 3D-Drucker in der Realität umgesetzt, indem die zwei Technologien FDM und SLS eingesetzt werden. Das Resultat ist ein individueller Schaft, der für alle handelsüblichen Hände geeignet ist. Der Prothesenschaft von BarluParts 3D ist spürbar weicher und angenehmer zu tragen. Ein kautschukartiges Material und integrierte Luftkammern zeichnen sich für die weiche Form verantwortlich. Das Gewicht der Prothese wird reduziert und die Bewegungen des Trägers wirken natürlicher. Die Bewegungen lassen die Luft im Inneren zirkulieren. Die Schweißbildung beim Nutzer vermindert sich und verhindert ein leichtes verrutschen der Prothese.

Vor kurzem gewann Barluschke mit seinem Unternehmen BarluParts 3D den ersten Gründer Slam-Wettbewerb des IT-Unternehmens Jimdo, das in Hamburg seinen Sitz hat. Das Preisgeld belief sich auf 12.000 Euro.

Preisverleihung an Philipp Barluschke
Übergabe der Siegestrophäe beim ersten Jimdo Gründer-Slam. V.l.n.r.: Fridtjof Detzner, Philipp Barluschke und Christian Springu. (Bild: © Hamburg Startups)

Der Schüler Marco Savignano konnte per 3D-Drucker eine Fingerprothese herstellen, mit der er erfolgreich am Schülerwettbewerb „Schweizer Jugend forscht“ teilnahm. Die junge Violinistin Isabella Nicola Cabrera erhielt eine Armprothese aus dem 3D-Drucker und dank ihr kann Sie wieder Violine spielen. Der Australier Mat Bowtell stellt seit zwei Jahren Fingerprothesen mit seinem 3D-Drucker her und verschickt diese weltweit an arme Kinder, denen Finger oder Hände fehlen. Von Papst Franziskus wurden Handprothesen im Mai 2016 gesegnet, die Rahmen des WIL-Projekts entstanden.

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