In Spanien wurde mit einem 3D-Drucker ein Gerät entwickelt, dass Krankenhäusern und Intensivstationen bei der Behandlung von COVID-19-Erkrankten helfen soll. Entwickelt wurde es in einer Zusammenarbeit zwischen dem Consorci de la Zona Franca (CZFB), HP, Leitat und anderen Unternehmen, wie das CZFB berichtet.

Krankenhäuser am Limit

Verantwortliche vor Gerät
Ein Prototyp des Geräts wurde mithilfe des 3D-Drucks umgehend hergestellt und getestet (Bild © Consorci de la Zona Franca).

Die steigende Zahl der an der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 erkrankten Menschen führt zu einem Mangel an medizinischer Ausrüstung in Krankenhäusern. Es fehlt vor allem an Beatmungsgeräten, die gerade jetzt dringend notwendig sind. Das von Leitat entwickelte Gerät aus dem 3D-Druck soll den Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Es kann zwar nicht direkt zur Beatmung beitragen, erleichtert Patienten mit Atemproblemen jedoch das Atmen und reduziert somit u.a. Todesängste der an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten. Viele verstorbene Patienten berichteten kurz vor Ihrem Tod, dass sich COVID-19 anfühlt wie zu ertrinken, nur eben sehr viel langsamer. Wohl mit die furchtbarste Art zu versterben.

Produktion von 50 bis 100 Einheiten pro Tag möglich

Mithilfe des 3D-Drucks und der Erfahrung der einzelnen Unternehmen, konnte schnell ein Prototyp hergestellt und die Funktionalität getestet werden. Von dem industriell skalierbaren Gerät können 50 bis 100 Einheiten pro Tag hergestellt werden. Das Gerät trägt den Namen Leitat 1 und erleichtert das Atmen. Es wurde in Design und bei den Komponenten sehr einfach gehalten, um es möglichst schnell bereitstellen zu können. Sowohl die Herstellung als auch die Montage ist unkompliziert.

Produktion startet umgehend

3D-gedrucktes Gerät
Das Gerät unterstützt Menschen, die Mühe mit der Atmung haben (Bild © Consorci de la Zona Franca).

Entworfen wurde es vom leitenden Ingenieur von Leitat, Herrn Magí Galindo. Dr. Lluís Blanch, Innovationsdirektor am Hospital Parc Taulí in Sabadell und Experte für die mechanische Beatmung, hat das Gerät validiert. Es wird sofort produziert und gegebenenfalls noch optimiert und in einem verbesserten Modell (Leitat2) angepasst.

Airbus und Navantia unterstützen die Unternehmen, damit schneller mehr davon hergestellt werden kann. Es ist beeindruckend, an wie vielen Projekten derzeit erfolgreich gearbeitet wird, um die Folgen des Coronavirus in den Griff zu bekommen. Viele Unternehmen stellen ihre 3D-Drucker zur Verfügung, um derartige Projekte zu realisieren. Ultimaker gab vor wenigen Tagen bekannt, seine 3D-Druck-Kapazitäten allen Krankenhäusern zugänglich zu machen, damit derartige Lösungen umgehend herstellen zu können. Zwei kanadische Krankenhäuser haben sogar ein Preisgeld von 130.000 Euro ausgelobt, wer eine einfache und mit einem 3D-Druck herstellbare Lösung zur Beatmung von Patienten entwickelt. Der Zusammenhalt in dieser Zeit der COVID-19-Pandemie ist groß. Über die weitere Entwicklung berichten wir auch in den kommenden Tagen und Wochen im 3D-grenzenlos Magazin-Newsletter (jetzt abonnieren).

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