Immer mehr deutsche Unternehmen erkennen den Nutzen des 3D-Drucks. Auch Investitionen nehmen zu. Ob nun der Chemiekonzern BASF, der 3D-Druckermaterialien-Hersteller erwirbt oder Siemens, die den 3D-Druck für die Verbesserung einer Gasturbine nutzen, in den 3D-Druck wird kräftig investiert.

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Die industrielle Produktion könnte nach Aussagen viele Experten und der gegenwärtigen Entwicklungen beim 3D-Druck eine maßgebliche Änderung erfahren, weshalb immer mehr deutsche Unternehmen in diese als „Zukunftstechnologie“ bezeichnete Fertigungstechnologie investieren. Der 3D-Druck, auch als additive Fertigung bzeichnet, diente seit seiner Markteinführung vor über 30 Jahren vorwiegend der Prototypen-Fertigung, doch mittlerweile ist auch eine Serienproduktion mit begrenzten Mengen in hoher Qualität und unter ökonomisch sinnvollen Parametern möglich. Nach Einschätzung von Fachleuten wird es in Zukunft möglich sein, noch größere Stückzahlen in noch kürzer Zeit und noch schneller mit dem 3D-Drucker herzustellen.

Kaum ein Bereich ohne 3D-Druck

In der Luft– und Raumfahrt, Automobilindustrie und Verpackungsmittelindustrie gehören 3D-Drucker mittlerweile zum Alltag in der Produktion. Mediziner und Zahntechniker setzen die additive Fertigungstechnologie ebenfalls in ihren Bereichen ein.

Der Chemiekonzern BASF übernahm vor Kurzem zwei Hersteller von 3D-Druck-Materialien und Siemens tätigt millionenschwere Investitionen in die Forschung des 3D-Drucks, worüber wir schon mehrfach berichteten. Vor ein paar Tagen erst konnte Siemens ein von der Presse weltweit beachtetes Projekt für die Produktion von Gasturbinen mit Erfolg abschließen. Siemens druckte mit Erfolg einen DLE-Vormischer für die Gasturbinen SGT-A05.

aeroderivative Gasturbine
Siemens entwickelte einen DLE-Vormischer für die SGT-A05 (Bild © Siemens).

Auch im Bauwesen werden 3D-Drucker für die Fertigung architektonisch anspruchsvoller Komponenten eingesetzt. In den Niederlanden kommt der 3D-Druck bereits zum Aufbau kompletter Häuser zum Einsatz. Die Liste der Gebäude aus dem 3D-Drucker ist lang.  Wissenschaftler zwei Universitäten aus Estland zeigten sogar im Juli eine Methode, mit der aus Torf und Ölschieferasche der Rohbau eines Hauses gedruckt wird. Der Rohbau eines Einfamilienhauses von 100 bis 150 Quadratmeter Größe kostet mit Einsatz dieser noch fertig zu entwickelnden Technik nur noch rund 5.000 Euro. Ein Rohbau steht in wenigen Stunden.

Marktanteil beim 3D-Druck bei 9,4 Prozent

Laut einer jetzt veröffentlichten Studie von Strategie& und PricewaterhouseCoopers (PwC) liegt der Marktanteil Deutschlands beim 3D-Druck bei 9,4 Prozent, womit nach Japan und den USA der dritte Platz als Anwendernation belegt wird. Der Gesamtmarkt hat ein Volumen von rund zehn Milliarden Euro und davon entfallen rund eine Milliarde Euro auf Deutschland.

Die Strategieberatung „Strategie&“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) erwartet ein Wachstum von 125 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro in den nächsten zwölf Jahren bis 2030. Vor allem in der Luftfahrt, Raumfahrt und Medizintechnologie werde der 3D-Druck verstärkt eingesetzt. Einige Marktbeobachter rechnen mit einem stärkeren Wachstum und hierbei zum Teil mit 400 Prozent auf 50 Milliarden Euro bis 2025.

Nicht in jedem Haushalt, dafür mehr Dienstleister

3D-Drucker werden entgegen allen Erwartungen in den kommenden zehn Jahren nicht in jedem Haushalt stehen, stattdessen werden verstärkt 3D-Dienstleister in Erscheinung treten, die 3D-Drucke im Kundenauftrag ausführen. Bundesweit gibt es heute bereits rund 360 Dienstleister, die jedoch vorwiegend Gewerbekunden als Zielgruppe haben. Ob die langjährige Prognose der privaten Makers ab standhält bleibt abzuwarten. Immerhin haben sich die Preise für Desktop-3D-Drucker um ein vielfaches reduziert. 3D-Drucker-Bausätze gibt es heute bereits ab knapp über 100 Euro.

Auf regionaler Ebene werden derartige 3D-Druck-Zentren neben den Online-Handel die Logistik-Branche verändern. Bei einer erfolgreichen Etablierung der Center auf dem Markt müssen Kunden in Zukunft nur noch individuell angepasste Datensätze übermitteln, anstatt Ware von der Stange zu bestellen. Der Automobilhersteller MINI hat das denkbare Szenario bereits mit „MINI Yours Customised“ im Programm. Wem neben den Marktforschungen zum 3D-Druck auch die futuristischen Projekte interessieren, dem empfehlen wir unsere Kategorie „Zukunft und Visionen„. Ob es dann wirklich einmal Wolkenkratzer aus dem 3D-Drucker zu bestaunen gibt, wie in den Emiraten geplant, aber bleibt dann tatsächlich mit einer gesunden Skepsis abzuwarten.

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