Der US-amerikanische Automobilhersteller Local Motors, vor allem bekannt für seinen 3D-gedruckten, autonom fahrenden Shuttle-Bus „Olli“, hat sein Unternehmen eingestellt. Dazu häufen sich die Berichte. Für viele Beobachter des Unternehmens kommt dieser Schritt überraschend, auch weil es noch keine offizielle Erklärung von Local Motors dazu gibt. Wir nehmen dieses Ereignis zum Anlass, einmal auf die Arbeit von Local Motors in den letzten Jahren zurückzublicken.

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Der US-amerikanische Automobilhersteller Local Motors ist ein Unternehmen, dass sich 2014 verstärkt mit dem Einsatz von 3D-Druck-Technologie und anderen modernen Technologien für den Bau selbst fahrender Autos auseinandersetzte. Mit „Olli“ entstand ein autonomer, selbst fahrender Shuttle-Bus, dessen Bauteile fast vollständig mit 3D-Druckern hergestellt werden können. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung 2017 eine fortlaufende Entwicklung vollzogen. Erst kürzlich berichteten wir über 3D-gedruckte Upgrades für Olli 2.0. Doch seit Mitte Januar häufen sich die Nachrichten, dass Local Motors seine Geschäftstätigkeiten eingestellt hat. Jeff Hollowell, seit 2016 als stellvertretender Direktor in der IT beschäftigt, bestätigt (inoffiziell) in einem LinkedIn-Beitrag, dass Local Motors die Produktion eingestellt hat. Für uns ein Grund, auf die Arbeit von Local Motors zurückzublicken.

Wie alles begann

Gegründet wurde Local Motors im Jahr 2007 von Jay B. Rogers. Von Anfang an setzte Local Motors auf die User seiner Online-Community, die über Technik und Design der Fahrzeuge entscheiden konnten.

Olli im Eagle-Design
Im Forschungslabor der EMU an der ACM wird Olli (im Bild) aufgerüstet. Olli soll auch Erkenntnisse die Cybersicherheit autonomer Fahrzeuge betreffend bringen (Bild © GameAbove / Local Motors).

Sieben Jahre nach der Gründung konnte Local Motors das erste Auto vollständig mit dem 3D-Drucker herstellen, was es auch auf einer Messe live zu demonstrieren plante. Ein Jahr später folgte ein 3D-gedruckter Golfwagen aus flexiblen Materialien. Mit dem LM3D Swim folgte der erste Wagen, dessen Markteinführung Local Motors für 2017 vorsah.

Den großen Coup landete das Unternehmen 2016 mit Olli, dem autonomen Shuttle-Bus. Olli ist ein Bus, der nicht nur mit dem 3D-Drucker hergestellt wurde, sondern der auch über soziale Fähigkeiten verfügt. Er kann Fragen beantworten und mit den bis zu 12 Fahrgästen, die er transportieren kann, auch über Themen diskutieren.

Local Motors und Olli

Die Fähigkeiten von Olli brachten Local Motors viel Aufmerksamkeit und Interesse von Kunden. Local Motors unterstützte potenzielle Kunden seines 3D-gedruckten „Olli“-Shuttles durch Partnerschaften mit Elite Transportation Services (ETS) in Florida und dem Unternehmen Xcelerate aus Texas mit Finanzierungen von über 1 Milliarde US-Dollar.

Menschen in Shuttle-Bus "Olli"
Der 3D-gedruckte autonome Shuttle-Bus „Olli“ (im Bild) war Local Motors größter Erfolg (Bild © Local Motors).

Der Shuttle-Bus eroberte die USA. Olli fuhr an der University of Buffalo. In einem Pilot-Programm unterstützte Olli das US-Militär bei der Auslieferung von Paketen. Im vorigen Jahr wurde der 3D-gedruckte autonome Shuttle-Bus mit Goodyear Airless – Reifen ausgestattet. Perrone Robotics stattet Olli mit einer neuen Software aus und auch die East Michigan University setzte zwei Olli-Busse an ihrem Campus ein.

Der 3D-gedruckte Shuttle-Bus wurde mittlerweile in 24 Städten in den USA und auf der ganzen Welt eingesetzt, darunter Australien, Belgien, Kanada, Deutschland, Italien und Saudi-Arabien. Noch im Dezember verkündete Local Motors seine Teilnahme an der CES 2022 im Januar. Und nun wurden die Geschäfte mit 14.1.2022 geschlossen. Woher diese plötzliche Entscheidung kommt, ist nicht bekannt, bis sich Local Motors nicht offiziell dazu äußert. In den sozialen Netzwerken wird spekuliert, dass es mit einem Unfall im Dezember 2021 mit dem Olli-Shuttle-Bus zusammenhängt, bei dem laut den Lokalnachrichten Mitfahrender schwer verletzt wurde.

Wie geht es weiter?

Ist das Ende von Local Motors auch das Ende für autonome Fahrzeuge aus dem 3D-Drucker? Wir denken nicht. Forscher und Entwickler arbeiten an weiteren Ideen, um autonome 3D-gedruckte Fahrzeuge zu realisieren. In China entstand ein 3D-gedruckter Nanogenerator für autonome und autarke Fahrzeuge der Zukunft. PIX Moving arbeitet ebenfalls an 3D-gedruckten, selbst fahrenden Autos. Das Unternehmen setzt dabei unter anderen auf einen „Schleimpilzalgorithmus“. Außerdem muss sich Local Motors auch unternehmensstrategische Fehler vorwerfen lassen. Die Hintergründe dafür, in einer Zeit des ökologischen Wandels, einen Wüstenbuggy („Rally Fighter“) mit V8-Motor zu entwickeln und dabei eigenen Angaben zu Folge 30.000 Community-Mitflieder mit der Entwicklung zu beschäftigen., werden wohl auch das Geheimnis der Geschäftsführer bleiben. Dies hat doch recht wenig mit der ursprünglichen Idee des Unternehmens „lokale Lösungen zu entwickeln“ zu tun.

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Über die weitere Entwicklung von 3D-gedruckten Autos, dem 3D-Druck in der Automobilindustrie und der Entwicklung des 3D-Drucks im Allgemeinen berichten wir auch zukünftig im 3D-grenzenlos Magazin (Newsletter abonnieren).

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